Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten ...

Friedhofskirche am Zentralfriedhof zum Hl. Borromäus
Friedhofskirche zum Hl. Borromäus

Geschichten und Geschichtliches gegen das Vergessen

"Tot ist nur, wer vergessen ist" (Immanuel Kant) 

Der Wiener Zentralfriedhof ist wohl jedem Wiener und jeder Wienerin ein Begriff. Aber die meisten wissen nichts bis wenig über die Geschichte dieses Friedhofs.  Auch Du gehörst du dieser Gruppe? Das kannst Du jetzt hier ändern. Ich erzähle dir gerne einiges Wissenswerte über die Entstehung dieses Ortes. Ich selbst war unzählige Male am Friedhof, bis ich begann, mich für die Geschichte dieses Ortes und auch für seine "Bewohner" zu interessieren. Immer tiefer zog mich die Materie in ihren Bann. Heute bin ich ein großer Fan des Friedhofs und versuche meine Begeisterung auch an andere weiterzugeben.

Maria Andergast (1912-1995)

Herkunft und Jugend

Maria Andergast
Maria Andergast

Maria Andergast kam am 4. Juni 1912 in Brunnthal an der Alz in Bayern als Maria Pitzer zur Welt. Im Alter von 2 Jahren wurde sie Waise. Verwandte holten sie nach Wien und kümmerten sich um sie. 

 

Wie es genau zum Namen „Andergast“ kam, ließ sich nicht eindeutig klären. Ob Maria adoptiert wurde oder ihre Verwandten nur als Zieheltern fungierten,  ist nicht dokumentiert. Es stellt sich auch die Frage, ob der Name "Andergast" der Name ihrer neuen Familie war oder ein Künstlername. Wann genau Maria den Namen "Andergast" annahm, bleibt ebenfalls offen. 

Liesl Andergast
Liesl Andergast

Maria hatte jedenfalls eine Schwester (oder Ziehschwester), die ebenfalls Schauspielerin und Tänzerin war. Sie trat in ihrer Jugend als Liesl Steiner (1905-1980) auf. Später nahm sie den Namen "Liesl Andergast" bzw. "Liesl Steiner-Andergast" an. Verheiratet war sie mit dem Direktor der Brünner Oper, mit dem sie ca. 1947 nach Brünn übersiedelte. Die beiden hatten 2 Töchter. 

 

Maria entdecke früh ihre Liebe für die Bühne und wollte eigentlich Tänzerin werden. Ihre Zieheltern waren aber der Meinung, dass eine Schauspielerin genug sei in der Familie und Maria solle einen „anständigen Beruf“ erlernen. Maria machte dann eine Schneiderlehre, die sie auch mit der Meisterprüfung abschloss. Ihre Begeisterung für den Tanz blieb aber ungebrochen und so nahm sie Tanzunterricht bei Grete Wiesenthal. Ein schwerer Verkehrsunfall ließ ihre Träume von einer großen Tanzkarriere allerdings platzen. Daraufhin meldete sie sich an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst an und studierte Schauspiel bei Josef Danegger

 

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