Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten ...

Friedhofskirche am Zentralfriedhof zum Hl. Borromäus
Friedhofskirche zum Hl. Borromäus

Geschichten und Geschichtliches gegen das Vergessen

"Tot ist nur, wer vergessen ist" (Immanuel Kant) 

Der Wiener Zentralfriedhof ist wohl jedem Wiener und jeder Wienerin ein Begriff. Aber die meisten wissen nichts bis wenig über die Geschichte dieses Friedhofs.  Auch Du gehörst du dieser Gruppe? Das kannst Du jetzt hier ändern. Ich erzähle dir gerne einiges Wissenswerte über die Entstehung dieses Ortes. Ich selbst war unzählige Male am Friedhof, bis ich begann, mich für die Geschichte dieses Ortes und auch für seine "Bewohner" zu interessieren. Immer tiefer zog mich die Materie in ihren Bann. Heute bin ich ein großer Fan des Friedhofs und versuche meine Begeisterung auch an andere weiterzugeben.

Fam. Graf Paul M. Esterházy (1915-1980)

Abstammung

Die Familie Esterházy ist ein altes ungarisches Adelsgeschlecht. Sie gingen aus einem Geschlecht der Salamon hervor. Im 11. Jhdt. wurden große Teile Ungarns zum christlichen Glauben bekehrt. Großfamilien gründeten auf den von ihnen besetzten Gebieten Siedlungen. Sie besaßen damals noch keine Familiennamen im heutigen Sinn. Sie nannten sich nach jenem Ahn in ihrer Familie, der als erster zum Christentum übergetreten war. Dies war ein gewisser "Salamon", der den biblischen Namen anlässlich seiner "Christwerdung" angenommen hatte. Alle Nachkommen verwendeten dann den Namenszusatz "aus dem Geschlechte Salamons". 

 

1238 teilten sich die Brüder Peter und Elias das väterliche Erbe auf der Insel Schütt (heutige Slowakei). Elias erhielt Illyésház und Peter Zerház. Peters Nachkommen nahmen daraus folgernd den Namen „Zerházy“ an. 1584 änderte Franz Zerházy (1533-1603) seinen Namen auf „Esterházy“ und erhielt das Adelsprädikat „de Galantha“. Franz bekleidete als "Vizegespann" eines der hochrangigsten Ämter im damaligen Komitat Preßburg. Er heiratete Zsófia Illyésházy und hatte mit ihr 13 Kinder. Drei ihrer Söhne setzten das Geschlecht in jeweils einer eigenen Linie fort: 

Graf Nikolaus Esterházy de Galantha (1583-1645)

Graf Miklós (=Nikolaus) Esterházy de Galántha (1583-1645) war der Begründer der Forchtensteiner Linie im Komitat Ödenburg. Er stammte zwar aus einem  evangelischen Elternhaus, wurde aber von Jesuiten katholisch erzogen. Als er mit 18 Jahren konvertierte, verjagten ihn seine Eltern. Er emigrierte dann  nach Polen. Seine erste Frau, Ursula (Orsolya) Dersfy de Szerdahely, verwitwete Mágóczy, brachte ein großes Vermögen in die Ehe ein. Ein Teil davon waren die Herrschaften Munkacs und Landsee-Lackenbach. 1622 musste Miklós aufgrund der Bestimmungen des Nikolsburger Frieden, die Herrschaft Munkacs an den Fürsten von Siebenbürgen abtreten. Als Entschädigung erhielt er die Herrschaften Forchtenstein und Eisenstadt. Er wurde Obergespann im Komitat Bereg, dann Königlicher Rat. Später wurde er Obergespann im Komitat Zólyom. Schließlich wurde er Obergespann des Komitats Ödenburg, wo er 1625 zum Palatin von Ungarn gewählt wurde. Ein Jahr später erhielt er das Grafendiplom.

Seine Nachfahren wurden in den Fürstenstand erhoben, lebten in den Schlössern Eisenstadt bzw. Esterháza in Fertöd und waren u.a Kriegsfinanzierer der Habsburger. Sie waren auch die Dienstherren von Joseph Haydn

 

Baron Daniel Esterházy (1585-1654)

Baron Daniel Esterházy (1585-1654) war Gründer der Linie Csesznek im Komitat Veszprém. 1636 erhielt er von König Ferdinand II. die Burg Csesznek zum Geschenk. 

Mit nicht einmal 20 Jahren nahm er am Aufstand Bocskays teil. Später wechselte er aus einer Zwangslage heraus die Fronten und unterstützte den Fürsten von Siebenbürgen.  Wegen seiner Sympathien zur Partei der Königstreuen ließ ihn Thurzó, der Palatin Bethlens, einsperren. Daniel entkam jedoch in das Lager Bouquoy. Im Anschluss nahm auch er jahrelang an den Kämpfen mit der Gegenpartei und mit den Protestanten teil.

 

Im Jahre 1636 schenkte ihm König Ferdinand II. die Burg Csesznek, die damals ein Stützpunkt der Stadt Győr (Raab) war. 1641 kam es zu einem Streit zwischen Studenten der Akademie in Trnava. Daniel wurde spontan zum Richter ernannt und ließ als solcher die 2 Studenten köpfen. 

 

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