Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten ...

Friedhofskirche am Zentralfriedhof zum Hl. Borromäus
Friedhofskirche zum Hl. Borromäus

Geschichten und Geschichtliches gegen das Vergessen

"Tot ist nur, wer vergessen ist" (Immanuel Kant) 

Der Wiener Zentralfriedhof ist wohl jedem Wiener und jeder Wienerin ein Begriff. Aber die meisten wissen nichts bis wenig über die Geschichte dieses Friedhofs.  Auch Du gehörst du dieser Gruppe? Das kannst Du jetzt hier ändern. Ich erzähle dir gerne einiges Wissenswerte über die Entstehung dieses Ortes. Ich selbst war unzählige Male am Friedhof, bis ich begann, mich für die Geschichte dieses Ortes und auch für seine "Bewohner" zu interessieren. Immer tiefer zog mich die Materie in ihren Bann. Heute bin ich ein großer Fan des Friedhofs und versuche meine Begeisterung auch an andere weiterzugeben.

Gerhart Frankl (1901-1965)

Herkunftsfamilie

Jacob Frankl (1843-1897) stammte aus einer jüdischen Familie in Hluk in Mähren. Dort heiratete er Julie Nowak (1844-1897). Jacob war Bauunternehmer. Nach und nach vergrößerte sich die Familie um 6 Kinder:

  • Emil (1868-1943) ⚭ Else Kohn (Kerner) (1880-1944)
  • Rosine (1872-1941) ⚭ Leo Goldstein (*1867)
  • Elma Elena (1874-1942) ⚭ Maximilian Feldscharek (1865-1931)
  • Angela (1875-1944) ⚭ Elias Siebenschein (1867-1932)
  • Eugenie (1878-1911) ⚭ Moritz Hofmann (* 1870)
  • Delphine (*1880) ⚭ Carl Neugebauer (1866-1935) 

Die Kinder wurden alle noch in Hluk geboren. Wann genau die Familie dann nach Wien übersiedelte, konnte ich leider nicht eindeutig klären. Jedenfalls haben alle 6 Kinder in Wien geheiratet. 1894 feierte die älteste Tochter Rosine Hochzeit. 2 Jahre später vermählte sich Tochter Elma Elena.

 

Das Jahr darauf warf traurige Schatten über die Familie. Am 19.3.1897 verstarb der Vater Jacob Frankl nach einer Bauchfellentzündung innerhalb von 3 Tagen im Alter von nur 54 Jahren. Seine Frau Julie laborierte schon länger an den Folgen eines Herzfehlers. Am 13.8.1897 nur wenige Monate nach ihrem Ehemann schied auch sie aus dem Leben. Sie wurde nur 53 Jahre alt. Ihre letzte Ruhestätte fanden beide in der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofs in der Gruppe 20/9/51. Das liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Tor 1 und Tor 11.

Die nächsten Jahre wurden wieder Hochzeiten gefeiert. 1898 heiratete Angela den Seifen- und Kerzenfabrikanten Elias Siebenschein, mit dem sie dann in Brünn lebte. Emil, der einzige Sohn des Hauses, vermählte sich 1899 mit Else Kohn. Im Jahr darauf heirateten Eugenie und der Kaufmann Moritz Hofmann. 1901 gab die jüngste Tochter des Hauses, Delphine, dem Kaufmann Carl Neugebauer ihr Ja-Wort.

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