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Familie Zwieback - Teil 3

Dieser Teil beschäftigt sich mit der Familie von Ludwig Zwieback. Er war der Gründer des exquisten Damenmodengeschäftes "Ludwig Zwieback & Bruder". Auch die Geschichte des Unternehmens wird hier beleuchtet.

Familienzweig Ludwig Zwieback

die Eltern Ludwig Zwieback und Katharina Singer

Ludwig (Lajos) Zwieback kam am 24.05.1844 als 3. Kind von Josef und Minna Zwieback in Bonyhad/Ungarn zur Welt. Am 6. Juli 1868 heiratete er in Vukovar die ebenfalls aus Ungarn stammende Katharina Singer (1845-1878), mit der er dann in Békés wohnte. Später kamen dann noch die Kinder dazu:

  • Gisela (1869-1930) ⚭ Marton Zirner (1855-1918)
  • Josef (1870-1889)
  • Sandor (1872-1872)
  • Malvida (1873-1922) ⚭ Siegmund Kranz (1859-1929)
  • Ella Elise (1878-1970) ⚭ Alexander Zirner (1863-1924)

1871 eröffnete Ludwig Zwieback in Bekes eine Gemischtwarenhandlung. Am 22. Jänner 1872 kam Sohn Sandor noch in Bekes zur Welt. Er starb allerdings 16 Tage nach der Geburt. Er wurde in Bekes beerdigt. Schon bald danach übersiedelte die kleine Familie nach Wien in die Mariahilferstraße. Tochter Malvida kam 1873 schon in Wien zur Welt. 

 

1872 gründete Ludwig Zwieback gemeinsam mit seinem Bruder Emanuel (1850-1905) „die erste Mariahilfer Consum-Manufakturhalle“ in der Mariahilferstraße 110. 

Bei der Geburt der jüngsten Tochter Ella Elise am 12.10.1878 zog sich die junge Mutter eine Bauchfellentzündung zu. An dieser starb Katharina Zwieback dann auch am 23.11.1878. Die Tote wurde am 25.11.1878 am israelitischen Friedhof Währing bestattet. Sie wurde nur 33 Jahre alt. 

 

Wer sich in weiterer Folge um die Versorgung und Erziehung der noch sehr kleinen Kinder gekümmert hat, ist leider nicht überliefert. Jedenfalls hat Ludwig Zwieback scheinbar nie mehr geheiratet. 

 

Im März 1889 heiratete Tochter Gisela den Juwelier Max Marton Zirner (1855-1918). Noch im selben Jahr ereilte die Familie ein schwerer Schicksalsschlag. Während Ludwig Zwieback auf Geschäftsreise in Südfrankreich weilte, besuchte sein Sohn Josef Zwieback Verwandte in Neumarkt in der Steiermark. Am dortigen Teich wollte der 19jährige Schüler am 6. August baden gehen. Da sich dieses Vorhaben wegen des dichten Schilfgürtels und des tiefen Schlammes schwierig gestaltete, verwendete der Bursche ein Boot, mit dem er sich in die Mitte des Gewässers begab. Dort sprang er ins Wasser und schob den Kahn vor sich her. Ein nahes Wehr und ein natürlicher Ablauf in einen Fluss verursachten aber stellenweise einen starken Sog. Von einem solchen Strudel wurde das Boot mitgerissen. Da keine Chance bestand das Gefährt wieder einzufangen, versuchte Josef Zwieback schwimmend das rettende Ufer zu erreichen. Das war wegen des Schilfgürtels aber unmöglich. Vom Ufer aus versuchten ihm 2 Kinder seiner Tante noch einen Holzstock hinzustrecken, leider ohne Erfolg. Auch ein weiterer Augenzeuge konnte das Untergehen des in Seenot Geratenen nicht mehr verhindern. Josef Zwieback konnte nur mehr tot geborgen werden.

Seine sterbliche Hülle wurde vom Unglücksort mit dem Zug nach Wien gebracht. Sein Vater wurde via Telegramm vom Tod seines Sohnes informiert. Er traf zeitgleich mit dem Zug, in dem der Sarg seines Sohnes transportiert wurde, in Wien ein. Ludwig Zwieback ließ in der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofs ein Familiengrab errichten, wo sein Sohn am 11. August bestattet wurde. Im Jahr darauf veranlasste Ludwig Zwieback die Exhumierung und Überführung der sterblichen Überreste seiner Gattin vom Währinger Friedhof auf den Zentralfriedhof, wo sie am 1. Juli 1890 im Familiengrab mit ihrem Sohn wieder vereint wurde. Das Grab befindet sich in der Gruppe 5b/36/73

 

Im Juli 1905 starb Ludwigs Bruder Emanuel plötzlich und unerwartet im Alter von 58 Jahren. Ein Verlust, der Ludwig mit Sicherheit sehr zusetzte. Er selbst erfreute sich scheinbar bester Gesundheit. Allerdings war auch seine Sterbestunde schon nahe.

 

Als sich Ludwig Zwieback am 22.1.1906 rasieren ließ, fiel er plötzlich leblos vom Stuhl. Der herbeigerufene Arzt konnte nur mehr den Tod des 61jährigen Kaufmannes feststellen. Er wurde im Familiengrab in der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofs beerdigt. Das Grab befindet sich in der Gruppe 5b/36/73. Sein Tod war nicht nur für die Angehörigen ein schwerer Schock, auch seine Angestellten trauerten um den beliebten Chef. Am Sonntag, den 28.1. hielt die Belegschaft im Warenhaus in der Kärntnerstraße eine Trauerfeier ab, bei der sie u.a. eine Büste des Verstorbenen feierlich enthüllten.  

das Unternehmen "Ludwig Zwieback & Bruder"

Ludwig Zwieback (1844-1906) gründete 1872 gemeinsam mit seinem Bruder Emanuel Zwieback (1850-1905) „die erste Mariahilfer Consum-Manufakturhalle“ in der Mariahilferstraße 110. Sie verkauften Textilstoffe, Meterware und auch sonst noch alles Mögliche. Die Geschäfte liefen gut und so verlegten sie ihr Geschäft in ein größeres Lokal, in die Mariahilferstraße 111. Das Unternehmen wurde zu „Ludwig Zwieback & Bruder“. In diversen Veröffentlichungen wird geschrieben, dass auch Bruder Samuel Zwieback ein Mitbegründer des Unternehmens gewesen sein soll. Ich habe aber in keinen Unterlagen einen Beweis dafür gefunden.  

 

Neben begeisterten Kunden kamen des Öfteren allerdings auch Diebe im Geschäft vorbei. So konnte im Oktober 1880 ein Schneidermeister, der oft bei „Ludwig Zwieback & Bruder“ eingekauft hatte, als Dieb ausgeforscht werden. In seiner Wohnung fand man ein großes Lager mit Diebesgut. Dabei handelte es sich vorwiegend um teure Stoffe. 

Im September 1881 kam es zu einem Brand. Im Auslagekasten des Kaufhauses strömte Leuchtgas aus. Als ein Bediensteter das Fenster öffnete, kam er mit einem offenen Feuer zu nahe an die Auslage. Dabei entzündete sich das ausströmende Gas. Durch den Brand wurde eine große Menge an Stoffen vernichtet. Eingreifende Hausleute und Passanten konnten den Brand allerdings rasch löschen.   

 

Da sich die Waren von „Ludwig Zwieback und Bruder“ großer Beliebtheit erfreuten, kam es bald zu einer neuerlichen Expansion. Die Brüder eröffneten Filialen in der Mariahilferstraße 57 und 90. Dort wurde Damen-Konfektionsware fabriksmäßig erzeugt.  

Ab 1885 wendeten sich Ludwig und Emanuel Zwieback im Equitable-Palais in der Kärntnerstraße 2 mit einem Damen-Konfektionsgeschäft an die gehobenere Kundschaft. Der Erfolg war überwältigend. Die angebotenen Modekreationen vereinten Pariser Chic und Wiener Eleganz und waren im In- und Ausland sehr gefragt. Die auffällig gestalteten Schaufenster lockten Kunden in Scharen an. Einmal kam es deswegen sogar zu einer Amtshandlung der Polizei. Diese ordnete an, dass die Schaufenster umdekoriert werden müssen, da die Auslagen ein „Verkehrshindernis“ darstellen würden.  

 

Am 28.12.1896 fing die Weihnachtsauslage des Geschäftes im Stock-im-Eisen-Platz Feuer. Der Brand richtete erheblichen Sachschaden an. Personen wurden zum Glück nicht verletzt. 

Friedrich Squarenina, der Schwiegersohn von Ludwigs Schwester Fanny, war eine Zeitlang Disponent im Unternehmen „Ludwig Zwieback & Bruder“, bevor er ein eigenes Unternehmen gründete. 

 

1897 schied Emanuel Zwieback aus dem Unternehmen aus und übernahm die Filiale in der Mariahilferstraße 57 als alleiniger Inhaber.  

Um der hohen Nachfrage der Kundschaft gerecht werden zu können, ließ Ludwig Zwieback vom Architekten Friedrich Schön ein 8-stöckiges Warenhaus entwerfen. Um das Gebäude zu errichten, wurde das 1797 errichtete Muffathaus in der Kärntnerstraße 11-15, an der Ecke Weihburggasse abgerissen. In diesem lebten in den 1860er Jahren zeitweise Johann Strauss (Sohn) und seine ersten Frau Jetty Treffz. Der Neubau war kleiner als das Vorgängergebäude, wodurch der zuvor bestehende Engpass auf der Kärntner Straße beseitigt werden konnte. Es war eines der ersten Häuser in Wien, für das Betonpfeiler als tragende Struktur verwendet wurden. Die Fassade wurde mit Goldornamenten verziert, im Erdgeschoß lockten großflächige Schaufenster, das oberste Geschoß zierten Rundbogenfenster. Das Damenkonfektionsgeschäft befand sich in den unteren drei Geschoßen, die oberen Etagen wurden als Büros und für die Produktion genutzt. Das neu errichtete Etablissement wurde im März 1897 im kleinen Rahmen feierlich eröffnet. Es war sowohl außen als auch innen ein richtiges Schmuckkästchen. Der Salon und vor allem die Ausstellungsräume waren äußerst elegant gestaltet. Der Blick nach oben reichte bis zur Glaskuppel im 5. Stock. Eine schöne große ovale Treppe führte in die oberen Etagen. 

Die Damen konnten in kleinen Probiersalons gustieren. Es gab auch eine kleines Lesekabinett und einen Salon, in dem Erfrischungen gereicht wurden. Sogar eine „Dunkelkammer“ stand bereit, damit die Damen dort testen konnten wie ihre ausgewählte Toilette bei abendlicher Beleuchtung im Theater oder im Ballsaal wirken würde. Die Kundinnen probierten die Roben aber nicht selbst an, da das Umziehen in einer Umkleide im Kaufhaus unschicklich gewesen wäre. Je nach Figur der Kundin stand eine entsprechende „Probiermamsell“ bereit.  Sie führte die ausgewählten Kleider vor.   

 

Aber auch für die nicht so zahlungskräftige Klientel war vorgesorgt. Im Souterrain wurden einfachere Modelle und Aktionsware angeboten. „Das Zwieback“ war das vornehmste, eleganteste und modernste Kaufhaus jener Zeit. „Ludwig Zwieback und Bruder“ erfreute seine Kunden jede Saison mit den neuesten Modellen aus aller Welt. Um Nachahmer nicht zu inspirieren, wurden solche Neuerungen aber nie in den Schaufenstern ausgestellt.  

Bald wurde Ludwig Zwieback „k.k.Hoflieferant“. Zum Unternehmen gehörten weitere Filialen in Graz und Budapest.  

1899 kam es im Modehaus Zwieback zu einem Streik von 120 Beschäftigten. Sie forderten die Kündigung des Werkstättenleiters, da sich dieser zum wiederholten Male durch brutales Auftreten gegen die Mitarbeiter unbeliebt gemacht hatte. Die Geschäftsleitung entsprach der Forderung und entließ den Leiter.  

 

Nach dem plötzlichen Tod Ludwig Zwiebacks 1906 führten seine jüngste Tochter Ella und ihr Ehemann Alexander Zirner das Unternehmen als OHG weiter. Alexander hatte die finanzielle und kommerzielle Leitung inne, Ella übernahm den Einkauf, Arrangement und den modischen Teil des Unternehmens. 1910 ließen sie die Geschäftsräume und die Fassade vom Architekten Friedrich Ohmann neu gestalten..

1921 erwarb Ella Zirner-Zwieback das angrenzende Pereirapalais in der Weihburggasse 4 und ließ es zum „Café Zwieback“ umbauen. Dieses wurde ebenfalls äußerst elegant ausgestattet. 

 

Nach dem Tod von Alexander Zirner 1924 geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Der Grund dafür lag zum einen an Erbstreitigkeiten, zum anderen aber vor allem an der Inflation und der angespannten Wirtschaftslage.  Der jüngere Sohn Ludwig Zirner stieg in die Firma ein. 

1925 belastete ein Rechtsstreit das Haus. Die Filiale von „Ludwig Zwieback & Bruder“ in der Mariahilferstraße befand sich in den Räumlichkeiten des Warenhauses A. Gerngroß A.G. Für die Kunden war die Filiale nicht als solche ersichtlich, es war einfach die Damenmodenabteilung des Gerngroß.  Zusätzlich zur Miete erhielt Gerngroß 5 % des Umsatzes.  Die Filiale leitete Jakob Elkan, den Alexander Zirner zum stillen Gesellschafter gemacht hatte. Elkan verwaltete die Filiale in Eigenregie und erhielt dafür 2,5 % des Umsatzes. Das bedeutete 1924 für Elkan ein Einkommen von 1/2 Milliarde Kronen. Gerngroß erhielt eine 1 Milliarde Kronen, was mehr als der gesamte Gewinn von Gerngroß im Jahr davor war. Im Vergleich dazu verdienten Beamte der Fa. Zwieback durchschnittlich 5 Millionen Kronen. Das Auffällige war, dass gerade im Krisenjahr 1924 die Umsätze weitaus höher ausfielen als die Jahre davor. 

 

Daraufhin wurde eine Untersuchung dieses Umstandes eingeleitet. Nun kam zu Tage, dass Elkan die Waren der Fa. Zwieback tw. unter dem Selbstkostenpreis verkauft hatte, nur um den Gesamtumsatz zu steigern. Elkan vertrat aber die Meinung, dass sein Vertrag ihm erlauben würde zu machen was er wolle. Daraufhin wurde er suspendiert und schließlich sprach man die Kündigung aus. Elkan klagte, woraufhin eine Strafanzeige gegen ihn eingebracht wurde. Darauf antwortete Elkan wiederum mit einer Ehrenbeleidigungsklage. Auch die Fa. Gerngroß klagte das Unternehmen Zwieback, weil sie auf die Beibehaltung der bestehenden Verträge bestand. Schlussendlich schied Elkan aus dem Unternehmen aus und begab sich auf eine längere „Orientierungsreise“.   

 

Fred Adlmüller, der später ein bedeutender Modedesigner wurde, arbeitete ab 1929 eine Zeitlang als Verkäufer bzw. Modeberater im Kaufhaus „Ludwig Zwieback & Bruder“.  

Anfang der 1930er-Jahre konnte ein Konkurs knapp abgewendet werden. Das Sortiment des Hauses beinhaltete nun immer mehr kostengünstigere Modelle für die Mittelschicht. Ella Zirner-Zwieback vermietete das Café an die ehemaligen k.u.k. Armee Husaren-Offiziere Graf Paul Pálffy, Graf Peter Pálffy und Baron Sonjok. Sie eröffneten dort das RestaurantZu den drei Husaren“. 

 

1933 stellte sich das Warenhaus in den Dienst der Politik von Engelbert Dollfuß. Im Herbst fand in den Räumlichkeiten des Warenhauses eine „Vaterländische Ausstellung“ unter dem Motto "Rückkehr zum österreichischen Geschmack" statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde dem Bundeskanzler im Namen des Hauses eine Hymne gewidmet.

 

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich wurde 1938 der gesamte Besitz der Familie „arisiert“. Die Gebäude in der Kärntnerstraße 11 und in der Weihburggasse 4 übernahm die Zentralsparkasse der Gemeinde Wien. Das Lokal „Zu den drei Husaren“ ging an den Berliner Gastronom Otto Horcher. Die Familie musste die Immobilien auf eigene Kosten räumen, der Erlös des anschließenden Verkaufs erging zur Gänze an die Vermögensverkaufsstelle.

 

 die Familie Gisela Zwieback und Max Marton Zirner

Gisela Zwieback kam am 7. April 1869 in Mezobereny als 1. Kind von Ludwig und Katharina Zwieback zur Welt. Als ihre Mutter starb, war sie gerade mal 9 Jahre alt. 

 

Am 10.3.1889 heiratete sie im Stadttempel von Wien Max Marton Zirner (1855-1918). Im August 1889 starb Giselas Bruder Josef bei einem Bootsunfall. Im Dezember desselben Jahres gebar sie ihr erstes Kind. 

 

Giselas Ehemann stammte aus einer bedeutenden Juwelierfamilie. Sein Bruder Alexander heiratete 10 Jahre später Giselas Schwester Ella. Ein weiterer Bruder von Max Marton – Hermann Julius Zirner (1857-1913) – arbeitete im Modesalon „Ludwig Zwieback & Bruder“, der Giselas Vater gehörte. 

Gisela und Max Marton Zirner hatten 4 Kinder:

  • Josef (1889-1915 ⚭ Regina Wiener (1893-1985)
  • Katharina Renee (1890-1927) ⚭ Rudolf Rappaport (1891-1984)
  • Walter (1903-1963) -  1. ⚮ Lilly Hartmann
                                            -  2. ⚮ Maria Eichinger
                                             - 3. ⚭ Christina Arevalo
  • Felix (1905-1943) ⚭ Katharina Anges Bacon (1898-1937)

Gewohnt hat die Familie im 13. Bezirk, in der Neue-Welt-Gasse 9. 1897 wurde das Radfahren auf den Straßen Wiens allgemein erlaubt. Das Fahrrad galt ab diesem Jahr formalrechtlich als vollwertiges Verkehrsmittel. In diesem Jahr unternahmen Gisela und Max Marton Zirner einen Radausflug. Als sie spät abends am Heimweg waren, touchierte Gisela beim Schwarzenbergplatz eine Fußgängerin. Dabei geriet das Kleid der Frau in die Speichen von Giselas Fahrrad und wurde dabei zerrissen. Gisela erhielt eine Anzeige wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit und wurde vor Gericht zu einer Geldstrafe von 10 Gulden verurteilt. Das Kleid musste sie nicht ersetzen. Dazu hätte die Geschädigte eine gesonderte Klage einbringen müssen. 

Max Martons Vater war der Begründer der JuweliergeschäfteJ.A. Zirner“ und „Brüder Zirner“. Zuerst führten die Brüder Max Marton und Julius Zirner die Unternehmen gemeinsam weiter. Später übernahm Julius den Teil „J.A.Zirner“ und Max Marton bekam das Juweliergeschäft „Brüder Zirner“. Letzteres führte dann Max Marton gemeinsam mit seiner Frau Gisela Zirner. Sie beschäftigten 4 Personen in Wien und eröffneten nach und nach Filialen in Karlsbad, Berlin und Budapest. In Wien hatten sie ihren Sitz zuerst am Graben 18, dann für kurze Zeit in der Kärntnerstraße 20 und zuletzt dann am Graben Nr. 7.  

Max Marton Zirner war nicht nur „k.u.k. Hofjuwelier“, sondern auch Hofjuwelier des Schahs von Persien. 1910 avancierte Max Marton mit seinem Juweliergeschäft sogar zum „Kammerlieferant“.  Er wurde auch zum „Offizier des persischen Ordens der Sonne und des Löwen“ ernannt.

 

Unterschied „k.u.k. Hoflieferant“ und „k.u.k. Kammerlieferant“: Um den Titel „Hoflieferant verliehen zu bekommen, musste man ein Gesuch einreichen. Für die Zuerkennung galt es, verschiedene Kriterien zu erfüllen. Der Antragsteller musste unbescholten sein, einen integren Lebenswandel führen, in geordneten Familienverhältnissen leben und frei von Schulden sein. Die katholische Konfession, karitatives Engagement und die Teilnahme an Gewerbeausstellungen konnte ein Vorteil sein, war aber nicht zwingend erforderlich. Bei einem positiven Bescheid wurde eine „Hoftiteltaxe“ eingehoben, die einen beachtlichen Betrag ausmachte. Nach der Zahlung erhielt der Anwärter das Dekret mit der Erlaubnis zur Führung des Hoftitels. Der neue Hoflieferant durfte dann das kaiserliche Wappen am Geschäftslokal anbringen oder in seinen Geschäftsbriefen andrucken. Um „Kammerlieferant“ werden zu können, musste man bereits den Hoftitel besitzen. Kammerlieferanten gehörten zum elitären Kreis jener Personen, die Zutritt zu den privaten Räumlichkeiten der kaiserlichen Familie hatten. Kammerlieferanten durften das persönliche Wappen des Kaisers führen. 

Bei einem Schaufensterkonkurrenz-Wettbewerb wurde das Juweliergeschäft Zirner 1909 mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet. Die Juwelen in der Auslage waren  äußerst elegant und geschmackvoll arrangiert. Jedes Schaustück war auch mit dem exakten Preis ausgeschildert. Das war eine Besonderheit, die damals nicht üblich war. Aber nicht nur bei der Präsentation ihrer Ware tat sich die Familie Zirner hervor, sie erhielt 1913 auch den 1. Preis für den Blumenschmuck ihrer Fenster und Balkone. 

 

Max Marton Zirner gehörte ab 1910 auch zum Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Seine Frau Gisela arbeitete nicht nur im Geschäft mit, sondern engagierte sich auch wohltätig. 1913 stiftete sie zum Andenken an ihren Vater Ludwig Zwieback in Purkersdorf ein Kinderheim. Das Haus beherbergte 20 Mädchen und stand unter der Leitung des Hietzinger Frauenvereins. Für ihre Arbeit und wohltätigen Projekte wurden Gisela und Max Zirner auch mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt. So erhielten die Eheleute z.B. 1915 das Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz und Gisela bekam 1917 das Kriegskreuz für Zivilverdienste 3. Klasse. 

 

Die Familie besaß in St. Gilgen eine Villa. 1913 kaufte sie dort noch ein Gasthausanwesen, aus dem sie ein Sanatorium machen wollte. Ob dies tatsächlich geschah, ist mir nicht bekannt. 

Max Marton Zirner starb am 16.Juni 1918 nach einer schweren Krankheit an einer Lungenentzündung. Er wurde im israelitischen Teil des Zentralfriedhofs bei Tor 1 im Grab seiner Eltern in der Gruppe 5B/36/71 beerdigt. Das Grab befindet sich direkt neben dem Familiengrab von Ludwig Zwieback.  

 

Gisela Zirner führte danach das Familienunternehmen weiter, bis ihre Söhne Walter und Felix es übernahmen. 

 

1923 wurde Gisela Zirner Opfer eines Raubüberfalls auf der Wiedner Hauptstraße. Der Täter entriss ihr ein schwarzes Samttäschchen. In diesem befanden sich 3 Millionen Kronen in bar und eine goldene Brosche mit einem gedrehten Stab aus Lapislazuli.

 

1929 verkaufte Gisela Zirner das Haus am Graben 7 um ca. 800.000 Schilling. Das Juweliergeschäft übersiedelte in die Goldschmiedgasse 10.

 

Gisela Zirner starb am 22. Mai 1930 im Alter von 61 Jahren. Sie wurde ihrem Wunsch entsprechend in aller Stille im Grab ihres Ehemannes am israelitischen Teil des Zentralfriedhofs bei Tor 1 beigesetzt (5b/36/71). 

  • Sohn Josef Zirner (1889-1915)

Josef Zirner war der älteste Sohn von Gisela und Max Marton Zirner. Er kam am 21. Dezember 1889 zur Welt. Josef Zirner war musikalisch außerordentlich begabt und bekam auch eine entsprechende Ausbildung. Sein Lehrer war u.a. Franz Schmidt. Ein Jahr lang war er u.a. auch unter Felix von Weingartner am Hamburger Stadttheater tätig. Josef war nicht nur ein virtuoser Klavierspieler, sondern besaß neben einem absoluten Gehör auch ein großes kompositorisches Talent. Hauptberuflich war er als Kapellmeister tätig. 

Am 3. Juli 1913 heiratete er Regina (Gina) Wiener (1893-1985), die Tochter eines Kaufmannes. Bald schon wurde Josef in den Kriegsdienst eingezogen. Als Kadettaspirant diente er im Dragonerregiment Nr. 3. Nach 8 Monaten im Feld traf ihn bei Zastovna ein Schuss in die Brust. Er geriet in Gefangenschaft und starb am 20. Juli 1915 im Alter von nur 25 Jahren an den Folgen seiner Verletzung. Nach seinem Tod wurde er posthum mit der silbernen Tapferkeitsmedaille erster Klasse ausgezeichnet.

 

Josef wurde vorerst provisorisch an seinem Sterbeort begraben. Später wurden seine sterblichen Überreste nach Wien überstellt und am 12. Dezember im Familiengrab seines Großvaters Ludwig Zwieback im israelitischen Teil des Zentralfriedhofs in der Gruppe 5b/36/73 beigesetzt. 

Josefs Witwe Gina Zirner wohnte vorerst bei den Schwiegereltern. Dort lernte sie einen Verwandten der Familie - den Schwager von Malvida Zwieback, Joseph Kranz (1862-1934), kennen. Er war ein einflussreicher Bank- und Wirtschaftsmagnat und einer der reichsten Männer Wiens. Gina wurde seine Geliebte und ließ sich schließlich zwecks finanzieller Absicherung von ihm adoptieren. Sie zog dann zu ihm in sein Palais in der Liechtensteinstraße. Gina begann zu schreiben und schon 1917 wurde ihre Komödie „Diebe im Haus“ im Wiener Burgtheater uraufgeführt. Im Café Herrenhof gehörte Gina zum literarischen Kreis um Franz Blei. Sie galt als äußerst begabte Schriftstellerin. Meist veröffentlichte sie ihre Werke unter dem Pseudonym „Andreas Eckbrecht“. Neben ihrer geheimen intimen Beziehung mit Joseph Kranz, hatte sie auch zahlreiche Affären mit Schriftstellerkollegen. Durch ihren ungewöhnlichen Lebenswandel galt sie in der Zwischenkriegszeit als „Femme fatale“.  Einige ihrer bedeutenden Bekanntschaften, wie Werfel oder Musil, ließen sich von ihr inspirieren und verewigten sie in ihren Werken. 

 

Sie lernte dann den Schriftsteller und Psychologen Otto Kaus kennen. Als sie ein Kind von ihm erwartete, beendete Joseph Kranz seine Beziehung mit ihr und enterbte sie. Noch im selben Jahr heiratete sie Otto Kaus, mit dem sie auch noch ein zweites Kind bekam. Die Ehe wurde aber in den 1920er Jahren geschieden.

Über ihren Mann lernt sie aber Alfred Adler und die von ihm begründete Individualpsychologie kennen. Dies beeinflusste maßgeblich sowohl ihr Leben, als auch ihre Werke. Sie verarbeitete dies nicht nur in ihren Texten, sondern setzte auch Taten. In der Zwischenkriegszeit betrieb sie nach Adlers Vorbild eine Erziehungsberatungsstelle. 

 

Nach ihrer Scheidung ging sie mit dem Wiener Rechtsanwalt Eduard Frischauer eine langjährige Liebesbeziehung ein. Heiraten konnten die beiden erst 1940 im Exil in den USA. Im Exil arbeitete sie zeitweise auch als Psychologin. In Hollywood bearbeitete sie hauptsächlich eigene Erzählungen und Dramen für den Film. Der 1940 verfasste Roman „Teufel nebenan“ wurde 1956 unter der Regie von Rolf Hansen unter dem Titel „Teufel in Seide“ verfilmt. Die Hauptrollen verkörperten Lilli Palmer und Curd JürgensGina Kaus starb im Alter von 92 Jahren am 23. Dezember 1985 in Los Angeles. 

 

  • Tochter Katharina Zirner (1890-1927)

Katharina Zirner kam am 24. November 1927 in Wien zur Welt. Sie studierte Malerei bei Anton Faistauer. Ab 1918 war sie in der Schule „Freie Bewegung“ als expressionistische Malerin tätig. Dieser Bewegung gehörte u.a. auch Adolf Loos an. Katharina malte vor allem religiöse Themen, Landschaften und Stillleben. 

Am 23. Jänner 1927 heiratete sie den in Lettland geborenen Maler Rudolph Rapaport (1891-1984). Die Hochzeitsreise führte das junge Paar nach Indien ins Himalayagebirge. Katharina Zirner war schwanger und gebar dort am 29. August 1927 ihren Sohn Martin. Wenige Wochen nach der Geburt starb Katharina am 18.10.1927 in Kasauli am Kindbettfieber. Sie wurde nur 36 Jahre alt. Zu ihrem Andenken verewigte die Familie ihren Namen am Grabstein ihrer Großeltern am Zentralfriedhof (Gruppe 5b/36/73).

 

Ihr Sohn Martin wurde nach der Geburt in Indien von einem Insekt gestochen. Vermutlich löste das seine Behinderung, eine „Zerebralparese“, aus.  

 

Nach dem Anschluss musste Rudolf Rapaport vor den Nationalsozialisten aus Österreich flüchten. Er gelangte 1942 über Frankreich nach New York. Mit ihm emigrierten seine Mutter und seine Schwester. Seinen Sohn musste er in Wien zurücklassen. Dieser lebte in einem Sammellager für kranke Juden in der Malzgasse im 7. Bezirk. Dort starb er am 28.Oktober 1944 im Alter von 17 Jahren. 

 

Rudolf nannte sich im Exil dann Rudolf Ray. In New York wandte er sich der abstrakten Kunst zu.  In den 1950er Jahren lebte er in Indien, von 1960 bis 1974 überwiegend in Mexiko. In zweiter Ehe war er mit Joyce Roland Ray verheiratet.  

 

  • Sohn Walter Zirner (1903-1963)

Walter Zirner erblickte am 11. März 1903 das Licht der Welt. Walter arbeitete im Juwelierunternehmen seines Vaters mit. Später wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Felix Geschäftsführer des Betriebes. 

 

Am 21. März 1925 heiratete er Lily Hartmann. Die Ehe wurde aber bereits 1931 wieder geschieden. Ca. 1933 heiratete er die aus Deutschland stammende Protestantin Maria Eichinger (*1913). Aus dieser Verbindung stammt Tochter Gisela

 

Walter Zirner interessierte sich nicht nur für den Motorsport, er gehörte zum Vorstand des Österreichischen Touring-Clubs, sondern war auch ein begeisterter Bergsteiger. 1933 unternahm er mit seiner Gattin eine Wanderung auf die Planspitze. Sie wählten den Weg über die Nordwand. Dabei verstiegen sie sich derart, dass sie schließlich weder vor noch zurück konnten. Ihre Hilferufe wurden von einem Bergführer gehört, der sie dann auf den Gipfel aufseilen konnte. Von dort setzten sie den Abstieg alleine wieder fort. 

 

Doch auch diese Ehe hielt nicht lange und 1938 folgte die Scheidung. Möglicherweise diente diese Trennung aber auch dem Schutz der Familienangehörigen vor Verfolgung. Im Zuge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich wurde Walter im Mai 1938 von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau verbracht. Er war einer der sogenannten „Aktionsjuden“. Während seiner Inhaftierung erlitt er schwere Verletzungen und verlor dabei ein Bein. Am 23. September 1938 wurde er ins KZ Buchenwald verlegt. Nach seiner Entlassung konvertierte er zum katholischen Glauben und verließ Europa. Seine erste Station war Bolivien. 1946 emigrierte er nach El Salvador. Dort betrieb er eine Kaffeeplantage. 

 

In El Salvador heiratete Walter dann ein 3. Mal. Mit seiner Frau Cristina Arevalo bekam er dann auch noch eine Tochter - Maria Esperanza Zirner

 

Walter Zirner starb am 20. Juni 1963 in Santa Rosa de Lima in El Salvador, im Alter von 60 Jahren. Todesursache war angeblich ein Herzinfarkt.  Walter wurde zwar in El Salvador begraben, seinen Namen verewigte man aber auch am Grab seiner Großeltern Ludwig und Katharina Zwieback, am israelitischen Teil des Zentralfriedhofs (Gruppe 5b/36/73).

 

  • Sohn Felix Zirner (1905-1943)

Felix Zirner wurde am 10. Jänner 1905 in Welt als 4. Kind von Gisela und Max Marton Zirner geboren. Er machte eine Lehre zum Silberschmied und Juwelier. Danach stieg in er in das Familienunternehmen ein und leitete gemeinsam mit seinem Bruder Walter das Juweliergeschäft. 

 

Am 26. 11.1926 heiratete er in Paris die aus England stammende Katherine Anges Bacon. Die beiden wohnten dann im Haus seiner Eltern, in der „Villa Zirner“ in der Neuen Welt-Gasse 9 im 14. Bezirk. Die beiden hatten eine Tochter, die den Namen Elisabeth trug. Katharina arbeitete als Sprachlehrerin in Wien. Katharina gehörte zwar dem katholischen Glauben an, emigrierte aber 1935 vermutlich gemeinsam mit ihrer Tochter nach England. Ihrem Ehemann Felix wurde aber die Einreise verweigert. Er emigrierte 1938 von Genua aus nach Buenos Aires. Katharina erkrankte in England an Tuberkulose und starb am 5. Oktober 1937 im Alter von 38 Jahren in einem Pflegeheim in Haselmere

 

Felix Zirner lebte dann in Bolivien, wo er sich als Bildhauer mit der Restaurierung von Kirchen sein Geld verdiente. Am 10. Mai 1943 starb er 38jährig an einer Herzmuskelentzündung. Er wurde am dortigen evangelischen Friedhof begraben. Sein Name wurde zu seinem Andenken aber auch am Grabstein seiner Großeltern Ludwig und Katharina Zwieback am israelitischen Teil des Zentralfriedhofs (5b/36/73) verewigt. 

 

die Familie Malwida Zwieback und Siegmund Kranz  

Malvine Zwieback kam am 11. April 1873 in Wien zur Welt. Sie nannte sich später Malwida. Am 25. Oktober 1896 heiratete sie Siegmund Kranz (1859-1929). Sie wohnten am Parkring 16, im 1. Bezirk. Zur Familie gehörten auch ihre Söhne:

  • Otto (1898-1940)
  • Herbert Heinrich* (1900 – 1976) ⚭ Enrique
  • Erhard (*1904)

Eine Rätsel hat sich bei meinen Recherchen aufgetan: In den Geburtsmatrikeln findet sich ein Geburtseintrag für Josef Georg Kranz, geb. am 22.7.1900. Den Eintrag für Herbert Heinrich*, der am selben Tag Geburtstag hat, konnte ich nicht finden. Waren das nun Zwillingsbrüder, oder wurde Josef Georg später in Herbert Heinrich umbenannt? Vielleicht bei der Taufe im Rahmen der Glaubenskonvertierung?

 

Siegmund war Rechtsanwalt und durfte sich „Hof- und Gerichtsadvokat“ nennen. 1904 konvertierte Malwida und ihre Familie vom jüdischen zum katholischen Glauben.  

 

In den Zeitungen jener Zeit war nach diversen Veranstaltungen wie Bällen, Empfängen, Derbys etc. immer ein ausführlicher Bericht den Roben der Damen gewidmet. Dort wurde Malwida Kranz stets als „Frau Doktor Siegmund Kranz“ erwähnt. Die Schilderungen beschrieben ihre Kleider als sehr elegant und geschmackvoll.

 

Malwida starb am 7. April 1922 im Alter von 48 Jahren an einer „schrecklichen“ Krankheit. Beerdigt wurde sie am Zentralfriedhof im Familiengrab. Das Grab existiert heute nicht mehr. Ihr Name wurde zusätzlich am Grabstein des Familiengrabes ihrer Eltern (5B/36/71) verewigt.   

 

Siegmund starb 7 Jahre später am 7. April 1929. Sein Leichnam wurde eingeäschert und seine Urne im Familiengrab am Zentralfriedhof, wo zuvor schon seine Frau ihre letzte Ruhe gefunden hatte, beerdigt. 

  •  Sohn Otto Kranz (1898-1940)

Otto Kranz kam am 10. Juli 1898 in Wien zur Welt. Als er 5 Jahre alt war, konvertierte die gesamte Familie vom jüdischen zum katholischen Glauben. Er besuchte das akademische Gymnasium in Wien. 

 

Otto war mit der Nachbarstochter Lilly Geiringer befreundet. Möglicherweise kam es zu irgendwelchen Übergriffen. Jedenfalls versuchte Lillys Vater mehrfach den Kontakt der beiden zu unterbinden. Bei Otto wurde paranoide Schizophrenie diagnostiziert und man lieferte ihn im Jänner 1922 in die Nervenheilanstalt Am Steinhof ein. Lilly und Otto schrieben sich aber weiterhin Briefe. Im Feber 1936 wurde Otto wieder aus der Heilanstalt entlassen. Im Juli desselben Jahres allerdings erneut eingeliefert. Im Juli 1939 entließ man ihn mit dem Vermerk „nicht mehr gefährlich“. Im Oktober 1939 kam es zur nächsten Einweisung mit der Diagnose „pathologisch geisteskrank“. Am 17. August 1940 wurde Otto in die Psychiatrische Klinik Ybbs/Donau verlegt. Von dort wurde er in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim gebracht. An diesem Ort wurde er am 20. August 1940 ermordet

 

Das Schloss Hartheim war ursprünglich eine nach modernsten Maßstäben der damaligen Zeit geführtes Pflegeheim für Menschen mit Behinderungen. Es befindet sich in der Gemeinde Alkoven bei Linz. Das NS-Regime machte daraus eine Tötungsanstalt.  Die erste Phase des Euthanasieprogrammes wurde „T4“ genannt. Von Mai 1940 bis Ende August 1941 wurden über 18.000 Menschen in einer Gaskammer mit Kohlenmonoxyd ermordet. Die Opfer waren durchwegs Psychiatriepatienten und Menschen mit Behinderung. Nachdem die Aktion T4 auf Führererlass im August 1941 beendet wurde, diente dieser Ort als Vollzugsstätte der NS-Aktion „14f13“. Bis Mai 1940 tötete man hier über 30.000 Menschen. Politisch unliebsame Personen und jene, die in den Konzentrationslagern Mauthausen, Gusen und Ravensbrück nicht mehr arbeitsfähig waren, brachte man zum „Erholungsurlaub“ nach Hartheim. Die Leichen wurden in einem Krematorium verbrannt und die Reste mit einer Knochenmühle zermahlen. Die Asche sammelte man in Säcken und entsorgte sie anfangs in der Donau. Später diente der Schlossgarten als Ablagerungsstätte. Bei archaologischen Arbeiten 2001 fand man diese wieder. Die Asche wurde dann in Urnen gefüllt und an die Angehörigen der Opfer versandt. Ob die Familie Kranz auch eine derartige Urne erhalten hat, ist mir nicht bekannt.   

 

  • Sohn Herbert Kranz (1900-1976) 

Herbert Kranz wurde am 22.7.1900 als Sohn von Malwida und Siegmund Kranz geboren. Möglicherweise trug er bei der Geburt noch den Namen Josef Georg und wurde er bei der Konvertierung zum katholischen Glauben auf Herbert Heinrich getauft.

 

Als Gymnasiast machte Herbert Kranz als zweifacher Lebensretter von sich hören. Die Familie Kranz urlaubte öfters in St.Gilgen. So auch im Sommer 1915. Am 18. August fand dort eine Segelregatta statt. Die Boote wurden von einem Unwetter überrascht. Durch den hohen Wellengang kenterten 2 Boote und die Insassen gerieten in Seenot. 2 Schiffbrüchige konnten sich schwimmend ans Ufer retten. Der Dritte war allerdings Nichtschwimmer. Er hielt sich krampfhaft am Segelboot fest. Zu dieser Zeit erblickte Herbert Kranz ein Schiff, auf dem sich einige seiner Freunde befanden. Aufgrund des heftigen Regenschauers und des Sturmes waren alle durchnässt und froren. Herbert Kranz holte kurzerhand von einem nahe gelegenen Schiffsbauer Autodecken und Regenmäntel und ruderte dem Schiff seiner Freunde entgegen. Als er von diesen auf den Schiffbrüchigen aufmerksam gemacht wurde, änderte er seinen Kurs und zog den mittlerweile völlig erschöpften Burschen in sein Boot. Den Geretteten brachte er in eine Villa am See, wo dieser verpflegt wurde. Auf dem Weg dorthin erblickte Herbert Kranz aber eine weitere Person, die verzweifelt mit den Wellen kämpfte. Herberts Ruderboot war inzwischen vom Ufer abgetrieben, woraufhin dieser samt Kleidern und mit Bergschuhen ins Wasser sprang und zu seinem Boot schwamm. Mit enormer Anstrengung erreichte er den Schwimmer, der inzwischen versuchte sich mit schwachen Handbewegungen über Wasser zu halten. Herbert Kranz holte ihn aus dem Wasser und brachte ihn ans rettende Ufer. Damit noch nicht genug. Nachdem er auch diese Person gut versorgt wusste, setzte er sich aufs Fahrrad und fuhr zum Bootsbauer, wo sich ein Motorboot seiner Familie befand. Mit diesem fuhr der das Ufer des Sees ab, um bei der Suche nach einem vermissten Segler zu helfen. Diese Heldentat bekommt angesichts der Tatsache, dass sein Onkel Josef Zwieback 1889 ertrunken ist, eine besondere Bedeutung. 

 

Nach seiner Ausbildung im Gymnasium, besuchte Herbert Kranz die k.u.k. Kavallerie-Kadettenschule in Mährisch-Weißkirchen. Später arbeitete Herbert Kranz bei einer Handelsfirma in Zagreb. 1936 emigrierte er nach Buenos Aires in Argentinien. Was seine privaten Lebensumstände betrifft, konnte ich nur in Erfahrung bringen, dass er einen Sohn namens Enrique Kranz hatte. Herbert Kranz starb am 7. Mai 1976

 

  • Sohn Erhard Kranz (1904-1976)

Erhard Kranz war der jüngste Sohn von Malwida und Siegmund Kranz und kam am 17. November 1904 zur Welt. Er wurde am 11. Dezember 1904 in der Pfarre St. Karl im 4. Bezirk nach römisch-katholischem Ritus getauft. 

 

Erhard Kranz studierte an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seine Hauptfächer waren Komposition, Dirigieren und Orgel.  Er gehörte zu den Privatschülern von Arnold Schönberg. Als virtuoser Orgelspieler feierte er große Erfolge. Seine Konzerte wurden mehrfach auch im Radio übertragen.  

 

1932 lebte er in Paris, wo er vermutlich seine zukünftige Frau kennenlernte. Am 3. Juni 1933 heiratete er Leopoldine Matschek. Die Trauung fand nur am Standesamt statt, da Erhard und Leopoldine kurz zuvor aus der Kirche ausgetreten waren. Die junge Familie wohnte im 13. Bezirk, in der Lainzer Straße 45/2. Kurz darauf kam Sohn Michel Ludwig zur Welt.

 

Anfang November 1933 brach Erhard Kranz gemeinsam mit seinem Freund und Schriftsteller Hermann Zajicek und dem Bootsbesitzer Franz Gustav Pruka zu einer 2jährigen Weltumsegelungsreise auf. Die 3 Männer wollten Abenteuer und fremde Länder und Menschen kennenlernen. Zajicek wollte das Erlebte dann schriftstellerisch verarbeiten. Laut ihrem Plan wollten sie von Cuxhaven aus den Ärmelkanal durchqueren und bis nach Gibraltar gelangen. Von dort wollten sie Kurs auf Port Said aufnehmen. Am 20. November 1933 verließen die 3 jungen Männer auf dem Motorsegler „Seeteufel“ den Hafen Hamburg und liefen einen Tag später in Cuxhaven ein. Am 29.11. brachen sie von dort wieder auf und segelten aufs offene Meer hinaus. Die Ehefrauen von Hermann Zajicek und Erhard Kranz erhielten die letzte Nachricht ihrer Männer aus Cuxhaven. Als keine weiteren Korrespondenzen eintrafen, machten sie Nachforschungen. Diese ergaben, dass die „Seeteufel“ in keinem weiteren Hafen registriert worden war. Weiters herrschte in der Zeit, als die „Seeteufel“ sich zwischen Holland und England befunden haben muss, ein Sturm der Windstärke 7-8. Man vermutete daher, dass die 3 Amateursegler in Seenot geraten waren und ertrunken sind. 

 

Später kamen Gerüchte auf, dass das Motorsegelschiff in Port Said gesichtet worden wäre. Die Besatzung soll von Räubern ermordet worden sein. Wesentlich wahrscheinlicher ist allerdings, dass sie im Sturm umgekommen sind. Jedenfalls hat man nie mehr etwas von ihnen gehört. Erhards Ehefrau ließ ihn nach Jahren für tot erklären. Sie lebte später in Berlin, wo sie Jules Hermann Worzewski heiratete. Sie starb 1981 in Berlin

 

Familie Ella Elise Zwieback und Alexander Zirner  

Ella (Elise) Zwieback kam am 12. Oktober 1878 als letztes Kind von Ludwig und Katharina Zwieback in Wien zur Welt. Ihre Mutter starb kurz nach ihrer Geburt an Bauchfellentzündung. Ella besuchte das Wiener Konservatorium und machte eine Ausbildung zur Pianistin, die sie mit Auszeichnung abschloss. Während ihres Studiums lernte sie ihren Mitschüler Franz Schmidt (1874-1939) kennen und lieben. Eine geplante Eheschließung der beiden scheiterte aber aus gesellschaftlichen Gründen und unter großem familiärem Druck. Ella heiratete dann am 8. Jänner 1899 den um 15 Jahre älteren Alexander Zirner (1863-1924). Er war der Sohn des Juweliers Marcus Zirner und der jüngere Bruder des Hofjuweliers Max Marton Zirner, der mit Ellas Schwester Gisela verheiratet war.  

 

Ella und Alexander bekamen 2 Kinder: 

  • Renee Katharina (1899-1948) ⚭ Hugo Bela Antal Erös von Bethlenfalva
  • Hans Erich Zirner (1900-1960) 

Obwohl Ella eine ausgezeichnete Pianistin war und man ihr eine große Karriere als Künstlerin prophezeite, verzichtete sie ihrem Vater zu Liebe auf den Künstlerberuf und stieg stattdessen in das Modehaus „Ludwig Zwieback & Bruder“ ein. Auch ihr Ehemann engagierte sich dort tatkräftig. Nach dem Tod von Ludwig Zwieback ging das Erbe an seine 3 Töchter.  Das Unternehmen legte er aber in die Hände von Ella. Sie baute das mondäne Kaufhaus auf der Kärntner Straße zur „Maison Zwieback“ aus. Ella war in der damaligen Zeit eine Ausnahmeerscheinung. Sie führte das Unternehmen als emanzipierte Frau.  

 

Trotz ihrer Verpflichtungen als Geschäftsfrau, nahm sich Ella aber immer auch Zeit für ihre Musik. Sie war nach wie vor mit Franz Schmidt eng befreundet. Überlieferungen zufolge, spielten die beiden gerne vierhändig Klavier. Dabei kamen sich die beiden näher und das Ergebnis war Sohn Ludwig, der 1906 geboren wurde. Er wurde von Alexander Zirner als sein Kind angenommen. Obwohl die Liaison zwischen Ella und Franz Schmidt in Wien ein offenes Geheimnis war, erfuhr Ludwig erst in den 1960er Jahren, wer sein leiblicher Vater war. 

 

Franz Schmidt komponierte eine Allegorie zur 2. Symphonie, die 1913 uraufgeführt wurde. Vermutlich widmete er sie Ella. Ella ließ anlässlich dieses Ereignisses vom Historien- und Dekorationsmaler Adalbert Franz Seligmann (1862-1945) einen Fries für ihre Innenstadtwohnung in der Kärntnerstraße 3 anfertigen. 

 

Ella und Alexander Zirner engagierten sich auch sozial. 1924 verkauften sie ein Eckgrundstück in Wien 13 (Eitelbergergasse 22/Neue-Welt-Gasse 7) um 700 Millionen Kronen an den Tempelverein. Bei einem Wettbewerb für den Bau einer neuen Synagoge gingen die Architekten Arthur Grünberger und Adolf Jelletz als Sieger hervor. Mit den Spendengeldern wohlhabender Juden konnte das Projekt schließlich in einer 2jährigen Bauzeit 1929 vollendet werden. 

 

Alexander Zirner starb am 7. Dezember 1924 im Alter von 61 Jahren. Er wurde am israelitischen Teil des Zentralfriedhofs, in der Gruppe 5b/Reihe 22/Grab 29 im Grab seines Bruders Hermann Julius Zirner (1857-1913) begraben. Hermann Julius war Angestellter des Kaufhauses Zwieback gewesen. Das Grab befindet direkt um die Ecke vom Familiengrab Ludwig Zwiebacks. 

Nach dem Tod von Alexander brach für Ella und das Unternehmen eine schwere Zeit an. Alexander hatte sich stets um die wirtschaftlichen Belange gekümmert. Nun wurden die Geschäfte von verschiedenen Seiten belastet. Zum einen waren die Zeiten hoher Inflation sehr fordernd, zum anderen kamen noch Erbstreitigkeiten und Ähnliches hinzu.  

Während Alexander in den Medien immer als sehr beliebter und guter Chef gelobt wurde, kam Ella in den Gazetten nicht ganz so gut weg. Man bezeichnete sie als herrschsüchtige und eigenwillige Geschäftsfrau, die wohl auch über die finanziellen Mittel des Unternehmens hinweg ihre ausgefallenen Pläne umzusetzen versuchte. Ihr Leben war aber immer geprägt von Pflichtbewusstsein. Jedenfalls war sie in der damaligen Geschäftswelt als Frau eine Ausnahmeerscheinung. 

 

Ella pflegte auch ein Naheverhältnis zu Ignaz Seipel und anderen Persönlichkeiten der Einheitsliste, mit denen ihr Schwiegersohn Hugo Erös von Bethlenfalva Umgang pflegte. 

 

1936 fungierte Ella Zirner-Zwieback für ein Jahr als Präsidentin der Damenfußball-Union

 

1938 wurden ihr das Geschäft sowie alle in ihrem Besitz befindlichen Immobilien entzogen und arisiert. Ella floh schließlich mit ihrem jüngsten Sohn Ludwig über Paris in die Vereinigten Staaten, wo sie dann in New York lebten. Nach dem Krieg kämpften Ella Zirner-Zwieback und ihr Sohn Ludwig um die Restitution ihres Besitzes. 1951 erhielten sie nur den Geschäftsteil in der Kärntner Straße zurück. 1957 verkauften sie das Haus und verließen Österreich endgültig. 

 

Ella Zirner-Zwieback starb am 5. April 1970 im Alter von 91 Jahren in New York. 

 

Im ehemaligen „Cafe Zwieback“ und späteren „Restaurant zu den 3 Husaren“ befindet sich heute das „Cafe Sluka“. Bei Renovierungsarbeiten kamen die Wandvertäfelungen und Teile der prunkvollen Ausgestaltung des „Cafe Zwieback“ wieder zu tage. Sie wurden zum größten Teil originalgetreu restauriert. Ein Besuch lohnt sich um eine Ahnung davon zu bekommen, wie die Familie Zirner-Zwieback seinerzeit ihre Gäste empfangen hat.   

  • Tochter Renée Katharina Zirner (1899-1948)

Renée Katharina Zirner kam als erstes Kind von Ella und Alexander Zirner am 8. Januar 1899 zur Welt. 1921 heiratete sie in Budapest Hugo Bela Antal Erös von Bethlenfalva. Das junge Paar lebte dann in Wien. Nach dem Tod ihres Vaters verzichtete Renée zugunsten ihrer Mutter auf ihre gesetzlichen Ansprüche. Zum Ausgleich erhielt sie dafür wertvolle Schmuckstücke. 

 

1927 wurde Renées Ehemann Konsul für Lettland. 1930 emigrierten die beiden nach Südamerika. Dort wurde 1939 die Ehe geschieden. Renée ging dann nach London, wo sie am 17. Juli 1948 im Alter von 48 Jahren starb. Ihre Urne wurde nach Wien überführt und im Grab ihres Vaters am israelitischen Teil des Zentralfriedhofs in der Gruppe 5b/22/29 beigesetzt. 

 

  • Sohn Hans Erich Zirner (1900-1960)

Hans Erich Zirner erblickte am 16. Dezember 1900 in Wien das Licht der Welt. Er entwickelte sich wohl zum Sorgenkind der Familie. Er dürfte mit Drogen in Kontakt gekommen sein. Nach dem Tod des Vaters setzte seine Mutter seinen jüngeren Bruder Ludwig als Kollektivprokuristen in die Firma ein. Hans Erich wurde nicht berücksichtigt. Daraufhin verklagte er seine Mutter. Dies führte allerdings dazu, dass er mit Beschluss des Bezirksgerichtes am 13. Mai 1927 wegen "gewohnheitsmäßigem Missbrauch von Nervengiften" beschränkt entmündigt wurde. Der Rechtsstreit zwischen Sohn und Mutter zog sich über mehrere Jahre. Hans Erich führte ohne zu arbeiten ein nobles Leben. Dabei schädigte er auch diverse Leute, indem er die Zeche prellte oder Schulden auf „Ehrenwort“ machte. Auch diesbezüglich gab es einige Prozesse. 

 

1939 lebte Hans Erich Zirner in Monte Carlo, wo er mit seltenen Drucken handelte. Verheiratet war er mit der Tochter eines dortigen Antiquitäten- und Buchhändlers. Die Ehe blieb kinderlos. 

 

Hans Erich starb ca. 1960 in Monte Carlo. 

 

  • Sohn Ludwig Ernst Zirner (1906-1971) 

Ludwig Ernst Zirner kam am 27. Februar 1906 in Wien zur Welt. Er war das Ergebnis einer Liebschaft zwischen Ella Zirner-Zwieback und dem Musiker Franz Schmidt. Alexander Zirner nahm Ludwig aber an Kindes statt an. Ludwig war musikalisch sehr begabt und studierte an der Wiener Musikakademie, wo er zum Konzertpianisten ausgebildet wurde. Er nahm auch bei Franz Schmidt Unterricht, ohne zu ahnen, dass dieser sein Vater war. Obwohl dies in Wien ein offenes Geheimnis war, erfuhr Ludwig erst in den 1960er Jahren davon.

 

Nach dem Tod von Alexander Zirner stieg Ludwig auf Wunsch seiner Mutter in die Geschäftsführung des Kaufhauses „Ludwig Zwieback & Bruder“ ein. 

 

1939 emigrierte er gemeinsam mit seiner Mutter in die USA. 1942 heiratete er die Kostümdesignerin Laura Beata Wärndorfer. Die beiden lebten in New York. Am 7.1.1956 kam Söhnchen August zur Welt. Ab circa 1948 wurde Ludwig Musikdirektor an der Universität von Illinois und gründete dort 1950 den Opernworkshop. Ludwig lehrte außerdem an mehreren Universitäten bzw. Hochschulen. Darüber hinaus produzierte, inszenierte und dirigierte er bei verschiedenen Musikfestivals Opern. 

 

Ludwig Zirner starb am 9. Februar 1971 in Urbana in den USA, im Alter von 64 Jahren. 

Der Sohn August Zirner (*1956) ist ein bekannter und bedeutender Schauspieler. Er ist mit der Schauspielerin Katalin Zsigmondy verheiratet und lebt in Deutschland.

 

Gemeinsam mit seiner Tochter Ana, die Autorin, Bergsportlerin, Film- und Theaterregisseurin sowie Kulturmanagerin ist, schrieb August Zirner das Buch „Ella und Laura“. Darin beschäftigen sich die beiden mit ihrer jeweiligen Großmutter - Ella Zirner bzw. Laura Wärndorfer. 


Bildquellen:

  • Stammbäume: © Karin Kiradi
  • Ludwig Zwieback: "Sport und Salon" v. 3.2.1906, Seite 7: Anno ONB
  • Parte Katharina Zwieback: Neue Freie Presse v. 27.11.1878, Seite 11: Anno ONB
  • Parte Josef Zwieback: Neue Freie Presse v. 10.8.1889, Seite 18: Anno ONB
  • Parte Ludwig Zwieback: Neues Wiener Journal v. 23.1.1906, Seite 14: Anno ONB
  • Fotos v. Familiengrab Ludwig Zwieback: © Karin Kiradi
  • Anzeige "Manufactur Consumhalle": Salzburger Zeitung v. 12.10.1875, Seite 8: Anno ONB
  • Geschäftsbrief: Wienbibliothek digital
  • Anzeige: (Neuigkeits) Welt Blatt v. 25.4.1880, Seite 8: Anno ONB
  • Anzeige: (Linzer) Tages-Post v. 29.9.1893, Seite 8: Anno ONB
  • Geschäftshaus Zwieback: WStLA, FoWStLA/B. Reiffenstein; CC-By-NC-ND 4.0
  • Detailbilder Haus Zwieback: Wikipedia
  • Damen im Zwieback: ONB digital
  • Anzeige: Wikipedia
  • Zwieback Mode im Cafe: ONB digital
  • Sammlung Wienmuseum: Emanuel Zwieback Wien Mariahilferstraße 57 (fashion company), Cape, around 1885, Wien Museum Inv.-Nr. M 7077, CC BY 4.0 
  • Sammlung Wienmuseum: Zwieback (Modegeschäft), 1 Paar Pumps, um 1935, Wien Museum Inv.-Nr. M 13276, CC BY 4.0 
  • Anzeige Brüder Zirner: "Der Fremdenverkehr" v. 12.12.1909, Seite 11: Anno ONB
  • Auslage Zirner: Wikimedia
  • Geschäftslokal Zirner: "Der Fremdenverkehr" v. 6.6.1909, Seite 15: Anno ONB
  • Parte Max Zirner: Geni
  • Parte Gisela Zirner: Geni
  • Grab Zirner: © Karin Kiradi
  • Parte Josef Zirner: Geni
  • Gina Zirner: Wikipedia (fair use)
  • Bilder v. Katharina Zirner: Wikipedia
  • Parte Malwida Kranz: Geni
  • Parte Dr. Siegmund Kranz: Geni
  • Herbert Kranz: Geni
  • Erhard Kranz: "Radio Wien" v. 5.3.1928, Seite 23: Anno ONB
  • Ella Zirner-Zwieback: ONB digital
  • Alexander Zirner: "Wr. Salonblatt" v. 25.12.1924, Seite 14: Anno ONB
  • Parte Alexander Zirner: "Wr. Salonblatt" v. 25.12.1924, Seite 12: Anno ONB
  • Ella Zwieback: ONB digital
  • Bilder Cafe Sluka: © Karin Kiradi
  • Renée Zirner: Wiener Salonblatt v. 20.3.1920, Seite 7: Anno ONB
  • August Zirner: Wikipedia, CC BY-SA 3.0

 

Quellen:

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Kommentare: 1
  • #1

    BrigitteR (Montag, 18 September 2023 17:02)

    Sehr interessant, herzlichen dank für die recherche und das schreiben des artikels. Ich bin über eine recherche zu Herbert Kranz hieher gekommen - er war ein klassenkollege eines verwandten an der Kavallerie-Kadettenschule Mährisch-Weisskirchen, der eine klassenliste hinterlassen hat. Auch in den Standeslisten der schule im österr. staatsarchiv gibt es informationen zu ihm.

    lg, Brigitte