Er wurde "Vater der Blinden" genannt. Aus einem kleinen pädagogischen Versuch entwickelte sich die erste institutionalisierte Blindenbildung im deutschen Sprachraum. Gemeinsam mit seiner Frau leistete dieser Mann unvorstellbar Großes.
Herkunft
Johann Wilhelm Klein wurde am 11. April 1765 in Alerheim bei Nördlingen in Bayern als 3. Kind in die evangelische Familie Klein hineingeboren. Seine Eltern waren Johann Philipp Klein (1730-1796) und dessen Ehefrau Luise Regina Christine Schäffer (1730-1783). Nach Johann Wilhelm gebar seine Mutter noch weitere 7 Kinder, die aber fast alle im Kleinkindalter starben.
Sein Vater stand als Oberamtspfleger und Kammerrat im Dienst des Fürsten Kraft Ernst zu Oettingen-Wallerstein. Johann Wilhelms Großvater Stefan Schäffer war wie sein Vater Kammerrat u. Amtspfleger. Die Grundausbildung erhielt Johann Wilhelm zu Hause von seinem Vater. Anschließend absolvierte er das Gymnasium in Stuttgart. Ab 1784 studierte er an der „Hohen Karlsschule“ in Stuttgart Jura. Diese Eliteschule besuchten vor allem Söhne aus angesehenen württembergischen Familien. Ziel war es u.a. sie in unbedingtem Gehorsam an den Hof zu binden und zur Führungselite heranzubilden. 1781 war diese Schule von Kaiser Joseph II. zur Universität erhoben worden. 1788 schloss Johann Wilhelm seine Ausbildung dort als ausgebildeter Verwaltungsjurist ab.
Beruflicher Werdegang und Neubeginn in Wien
Nach dem Studium kehrte Johann Wilhelm in seine Heimatstadt zurück, wo er einen Posten in der Verwaltung des Gerichtsamtes annahm. Er war ein sehr empathischer, sanfter und sozial denkender Mensch und setzte sich schon sehr früh mit den herrschenden sozialen Missständen auseinander. Er sah es als seine Pflicht an, diese aufzuzeigen und einen Beitrag zur Beseitigung dieser zu leisten. Daher trug seine erste publizierte Schrift auch den Titel „Über Armuth, Abstellung des Bettelns und Versorgung der Armen: in besonderer Rücksicht auf mein Vaterland.“ 1793 hatte er es bereits zum Sekretär beim Oberamt in Alerheim gebracht. Im selben Jahr wurde er Oberamtspfleger von Harburg. In dieser Funktion war es u.a. seine Aufgabe, die Steuern der Untertanen einzufordern. Dies führte öfters zu gröberen Reibereien mit der Bevölkerung. Damit konnte Johann Wilhelm aber ganz schlecht umgehen. Diese Arbeit setzte ihm derart zu, dass er gesundheitliche Probleme bekam. Dies war ausschlaggebend dafür, dass er 1798 seine einträgliche Stellung kündigte und sich nach einer anderen Beschäftigung umsah. Dies gestaltete sich allerdings schwierig, denn es wütete gerade der zweite Koalitionskrieg. Ein Verband aus Großbritannien, Österreich und Russland kämpfte gegen das revolutionäre Frankreich. Im Zuge der Kriegshandlungen kam es zur Besetzung von Johann Wilhelms Heimat durch französische Truppen. Dies wiederum brachte der Bevölkerung großes Elend und bittere Not. In diesen Wirren versuchte Johann Wilhelm tatkräftig zu helfen. Er musste jedoch erkennen, dass er gegen die herrschenden Zustände nicht viel ausrichten konnte.
Johann Wilhelm entschloss sich dann nach Wien zu gehen. Seine Reise dorthin unternahm er im Oktober 1799 mit dem Schiff. Möglicherweise wählte er dieses Land als Ziel, weil er vom fortschrittlichen Wirken von Kaiser Joseph II. angetan war. Johann Wilhelm lebte in Wien vorerst aber in sehr ärmlichen Verhältnissen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Privatsekretär und Hauslehrer beim Grafen Wallis. Er beschäftigte sich aber auch hier mit sozialpolitischen Themen und pädagogischen Studien. Er lernte dann den Reichsfreiherrn Caspar Voght aus Hamburg kennen. Durch dessen Empfehlung erhielt Johann Wilhelm 1803 eine Anstellung in der k.u.k. Hofkommission für Wohltätigkeitsangelegenheiten. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich im sozialen Umfeld. Daraufhin wurde er zum Armenbezirksdirektor gewählt. Diese Funktion bekleidete er ohne Bezahlung.
Gewohnt hat er zu jener Zeit im 2. Stock eines Hauses auf der Landstraße Nr. 34. Am 10. Mai 1804 heiratete er die 10 Jahre jüngere Henriette Theresia Geiger (*1775). Die kirchliche Trauung fand in der lutherischen Stadtkirche in der Dorotheergasse statt. Die Braut stammte aus Wallerstein, ganz in der Nähe von Nördlingen und damit aus der Heimat von Johann Wilhelm.
Der Blindenlehrer und sein pädagogischer Versuch
Bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Armenbezirksdirektor kam Johann Wilhelm mit vielen Blinden in Kontakt. Der Anteil blinder Kinder in der Bevölkerung war damals sehr hoch. Die meisten dieser Kinder waren nicht blind geboren worden. Viele von ihnen hatten als Baby eine Augenentzündung gehabt, die nicht erkannt oder falsch behandelt worden war. Neugeborene wurden oft ungeschützt dem Sonnenlicht bzw. hellem Kerzenschein ausgesetzt, was ihre Sehkraft schädigte. Viele Augen wurden auch durch unhygienisches Auswischen der Augen nachhaltig beeinträchtigt. Damals waren die Blattern noch eine gefährliche Kinderkrankheit, die bei vielen Kindern das Erblinden zur Folge hatte. Zwar gab es bereits die Möglichkeit einer Schutzimpfung, aber die meisten Eltern nahmen diese Vorsorge für ihre Kinder nicht in Anspruch. Aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung hatten blinde Kinder keine Chance auf Bildung. Sie verkümmerten geistig und sittlich und gehörten damit zu den Ärmsten der Armen. Sie lebten am Rande der Gesellschaft und waren meist auf Almosen angewiesen. Während es für gehörlose Kinder bereits seit 1779 auf Initiative von Kaiser Josef II. eine spezielle Schule gab, hielt man blinde Menschen für nutz- und völlig hilflos.
Johann Wilhelm bewegte das Schicksal der Blinden sehr. Er glaubte daran, dass sie bei entsprechender Ausbildung durchaus ein normales, selbstbestimmtes Leben führen könnten. Dieser Ansicht war auch Franz Anton de Paula Gaheis, ein österreichischer Pädagoge und Magistratssekretär. 1802 schrieb dieser den Artikel „Entwurf zu einem Institut für blinde Kinder“, in welchem er auf entsprechende Erfolge in Paris Bezug nahm. 1803 wandte er sich an die Bevölkerung um Unterstützung für die Errichtung eines Blindenheimes. Diese Aktivität war es auch, die die Herren Klein und Gaheis zusammenführte.
Es gab einige Vorbilder, die Johann Wilhems Denken bestärkten. Maria Theresia von Paradies war eine dieser herausragenden Personen. Die Tochter eines Regierungsrates war 1759 in Wien zur Welt gekommen. Mit 3 Jahren hatte sie einen Nervenschlag erlitten, was zu ihrer Erblindung geführt hatte. Schon sehr früh hatte sich ihre musikalische Begabung gezeigt. Ab ihrem achten Lebensjahr wurde sie von den besten Musiklehrern Wiens unterrichtet. Sie machte dabei derart große Fortschritte, dass sie bald öffentlich auftrat. Außerdem spielte sie in mehreren Kirchen die Orgel. Als Kaiserin Maria Theresia bei einer solchen Gelegenheit die blinde Musikerin erlebte, stiftete sie ihr kurzerhand eine Pension. Damit war es der jungen Musikerin möglich, in Begleitung ihrer Mutter eine Künstlerreise durch mehrere Länder zu machen. Überall wo sie auftrat, wurde sie bewundert und bejubelt. Aber nicht nur ihre musikalische Leistung überzeugte die Menschen, sondern auch ihre ausgezeichnete Bildung und wie sie sich dank kleiner Hilfsmittel selbstbewusst in der Welt der Sehenden bewegte. So spielte sie z.B. mit sehenden Personen Karten. Dazu verwendete sie spezielle Spielkarten, auf denen mit kleinen Nadelstichen die Werte für sie kenntlich gemacht worden waren. Später leitete sie in Wien sogar eine Musikschule. Neben Maria Theresia von Paradies gab es noch etliche andere Blinde, die durch ihre Bildung und Stärke Aufmerksamkeit erregten. Aber es blieben eben nur wenige Einzelfälle.

In seiner Frau hatte Johann Wilhelm eine einfühlsame Unterstützerin gefunden. Da sich Gaheis mit seinem Vorschlag zur Errichtung eines Instituts für blinde Kinder in der Verwaltung nicht durchsetzen konnte, wollte Johann Wilhelm einen privaten Versuch starten. Nur 3 Tage nach ihrer Hochzeit, am 13. Mai 1804, nahmen die Eheleute Klein einen blinden Schüler in ihrem Heim auf. Johann Wilhelm wollte das Kind unterrichten und beweisen, dass auch blinde Kinder voll in die Gesellschaft integrierbar sind. Dieser Tag sollte später in die Geschichte eingehen. Er gilt seither als der Tag an dem die institutionalisierte Blindenbildung im deutschen Sprachraum begründet wurde. Bei dem blinden Knaben, den Johann Wilhelm unterrichtete, handelte es sich um den neunjährigen Jacob Braun aus Bruck/Mur. Der Junge war im Alter von 3 Jahren an den Blattern erkrankt und hatte als Folge davon sein Augenlicht verloren.
In Paris gab es seit 1784 bereits eine Blindenschule, die Valentin Haüy gegründet hatte. Einer seiner Schüler war Louis Braille, der Begründer der gleichnamigen Blindenschrift. Johann Wilhelm hatte bereits einiges über dieses Institut gehört, hatte aber keine Gelegenheit die dort praktizierten Unterrichtsmethoden persönlich kennenzulernen. Er ging daher seinen eigenen Weg und schuf selbst Hilfsmittel, die den blinden Jungen unterstützten. Johann Wilhelm unterrichtete den Knaben in den normalen Schulfächern wie Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion. Er brachte ihm allerdings auch praktische Handarbeiten wie Stricken, Schnurklöppeln und Papparbeiten bei. Der Junge war äußerst wissbegierig und machte schnell große Fortschritte. Schon ein Jahr später, am 24. Mai 1805, führte ihn Johann Wilhelm einer behördlichen Kommission zur Prüfung vor. Diese meisterte der Prüfling mit Bravour. Im Bericht der Prüfungskommission hieß es: „Diese vorgenommene Prüfung lässt keinen Zweifel übrig, dass blinden Kindern Kenntnisse beigebracht werden können, welche sie nicht allein zu glücklichen Menschen umbilden, sondern auch für die Gesellschaft einigermaßen brauchbar und minder lästig machen.“
Kurze Zeit darauf gab es Nachwuchs im Hause Klein. Tochter Maria Wilhelmine erblickte am 15. Juli 1805 das Licht der Welt.
Jacob blieb im Hause der Kleins und wurde dort weiterhin unterrichtet. Johann Wilhelms ganzes Bestreben galt nun der Bildung blinder Kinder. Er entwickelte eine Stachelschrift, die sowohl von Blinden als auch von Sehenden gelesen werden konnte. Dazu baute er einen „Stachel-Typen-Apparat“, mit dem er Großbuchstaben der lateinischen Schrift in punktierter Form ins Papier drückte. Die Brailleschrift lehnte Klein wegen der Unähnlichkeit mit der normalen Schrift ab. Der Nachteil der Stachelschrift war allerdings, dass jeder Buchstabe vollständig mit den Fingern abgefahren werden musste. Damit war ein schnelles Lesen nicht möglich. Seine Bildungsinitiative dokumentierte Johann Wilhelm bis ins kleinste Detail und veröffentlichte dann auch seine Erkenntnisse in einem Magazin für Armenhilfe.
Der Kaiser erfuhr allerdings erst 1806 von den großartigen Erfolgen Kleins. Durch die kriegerischen Ereignisse jener Zeit konnte Klein seinen Plan zur Schaffung eines eigenen Blindeninstituts nicht in die Tat umsetzen. Noch dazu bekämpfte das Taubstummeninstitut sein Vorhaben. Allerdings unterstützten großzügige Spender die Arbeit von Johann Wilhelm Klein. Einer von ihnen war der damalige Generalmajor Josef Wenzel Radetzky von Radetz. Daher konnte Johann Wilhelm 1806 auch einen zweiten Zögling aufnehmen. Die beiden Buben demonstrierten 1808 vor einer Prüfungskommission ihre erworbenen Fähigkeiten. Dieses Ereignis erweckte derart großes Interesse, dass sich sehr viele interessierte Menschen dazu einfanden. Aufgrund der großen Menge an Schaulustigen bekamen aber gar nicht alle die demonstrierten Handwerksgegenstände der Prüflinge zu sehen. Julius Wilhelm lud daraufhin in der Zeitung alle Menschenfreunde, die sich persönlich im kleinen Kreis von den Fertigkeiten der Buben überzeugen wollten, in seine Wohnung ein. Dort stand jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr jedermann die Tür offen. Johann Wilhelm bot auch an, weitere Kinder aufzunehmen. Die Kosten für ärmere Pfleglinge wurden mit Spenden gedeckt. Vermögende Eltern mussten für die Ausbildung und die Verpflegung ihrer Kinder selbst aufkommen. Dabei wurde mit ihnen ein individueller Vertrag geschlossen, der genau festlegte welche Kost, Pflege und sonstige Annehmlichkeiten die Kinder erhalten sollten.
Eine öffentliche Blindenschule
1808 wandte sich Johann Wilhelm mit der Bitte um staatliche Unterstützung an den damaligen Kaiser Franz I. Dieser erhob Kleins Privatschule im November desselben Jahres mit einem Hofdekret zu einem öffentlichen Institut, ernannte Klein zum Direktor und gewährte ihm ein Gehalt von 1.000 Gulden, sowie einen zusätzlichen Betrag von 500 Gulden im Jahr für Quartier, Licht und Holz. Für acht blinde Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren wurde ein Verpflegungsbeitrag von 300 Gulden jährlich pro Kind, sowie ein Betrag von 600 Gulden für die Anschaffung von Unterrichtsgegenständen bewilligt. Damit hatte Kleins Privatinitiative den Status einer Privatschule erlangt, die vom Staat finanziert wurde. Johann Wilhelm Klein unterstand mit seiner Schule nun der Oberaufsicht deutscher Schulen und der niederösterreichischen Landesregierung. Dem Vorbild des Kaisers folgten rasch weitere Gönner. So engagierte sich z.B. Abbé Werner, der Hauslehrer des Fürsten Liechtenstein. Er konnte erwirken, dass der Adel die Kosten für einige blinde Kinder für 3 Jahre übernahm.
Die Privatwohnung der Familie Klein war inzwischen nicht mehr groß genug für den Unterricht und so übersiedelte die Blindenschule in die Obere Neustift, Kaiserstraße Nr. 152. 1810 war die Anzahl der betreuten Kinder bereits auf zehn angestiegen. Vier Mädchen und sechs Knaben erhielten dort Unterricht. Zwei von ihnen waren blind geboren worden, sechs hatten das Augenlicht durch die Blattern verloren und zwei durch andere Krankheiten. Die meisten dieser Kinder kamen vernachlässigt und völlig hilflos in die Anstalt. Hier leistete auch Henriette Theresia Klein großartige Arbeit, indem sie sich dieser Kinder liebevoll annahm und ihren Mann bei seiner Arbeit aktiv unterstützte. Die Kosten für fünf Kinder wurden aus öffentlichen Mitteln gedeckt, drei Kinder wurden von Privatwohltätern unterstützt und zwei von ihren Familien finanziert. Damit waren aber nicht einmal alle gestifteten Plätze belegt. Dies lag wohl an den Kriegswirren, die in jener Zeit herrschten. Klein hatte die Bildungsgeschichte rund um seinen ersten Schüler Jacob Braun veröffentlicht. Dadurch wurde man auch im Ausland auf ihn aufmerksam. Holland bat ihn, auch in ihrem Land ein Blindeninstitut zu eröffnen und zu leiten, doch Johann Wilhelm lehnte ab und zog es vor, in Österreich zu bleiben. Doch schon bald stand die nächste Übersiedlung an, da das Haus in der Kaiserstraße verkauft wurde. Mit Unterstützung des Staates kaufte Johann Wilhelm um 15.000 Gulden vom Grafen Gourcy ein ziemlich primitives einstöckiges Haus in Gumpendorf, in der Großen Steingasse Nr. 182. Der Personalstand war zu der Zeit bereits auf 37 Personen angestiegen. Daher platzte auch dieses Quartier bald aus allen Nähten. Man suchte nach einer neuen Herberge und hatte schon ein Haus in der Alservorstadt im Visier. Schließlich entschloss man sich aber das bestehende Haus um- und auszubauen, sowie durch einen Zubau zu vergrößern. Möglich machte dies u.a. Herzog Albert von Sachsen-Teschen, der 50.000 Gulden dafür beisteuerte, was heute ca. 1,2 Mio Euro entsprechen würde.
Das Institut wurde aber nicht nur finanziell unterstützt. Der bedeutende Buchdrucker Anton Strauss fertigte etliche Schriften in erhabener Schrift an. So konnten die Blinden bald Gebete, Liedtexte, Kalender und Anleitungen für div. Hilfsmittel selbst lesen. Johann Wilhelm erfand auch einen speziellen Kalender für Blinde. Der zusätzliche Vorteil dieser Neuerung war, dass man den Kalender durch kleine Adaptierungen jedes Jahr wieder verwenden konnte. Die Blinden lernten auch Schreiben und das gleich auf dreierlei Art. Die Kleinsten arbeiteten mit erhabenen Buchstaben, in weiterer Folge schrieben sie, indem sie die Buchstaben in Kästchen durchstachen. Die Königsdisziplin war aber das Schreiben in lateinischer Schrift, wie es auch die Sehenden taten. Der Mechaniker Carl Ludwig Müller aus Wien-Döbling entwickelte 1806 einen speziellen Füllhalter. Ursprünglich war dieses Schreibgerät eigentlich für einen sehenden Blindenlehrer gedacht. Das Ganze funktionierte wie eine Tortenspritze, bei der eine Teigmasse durch ein Glasrohr auf eine Unterlage aufgebracht wurde. Damit wurde die Schrift für Blinde ertastbar. In weiterer Folge erfand Müller die erste „Füllfeder“. Damals wurde für das Schreiben ein Gänsekiel verwendet, den man in ein Tintenfass tauchte. Das bereitete Blinden allerdings große Schwierigkeiten. Zum einen musste man den Tintenbehälter immer treffen und zum anderen war es schwierig, die Menge der Tinte richtig zu dosieren. Bei Müllers Schreibgerät war die Feder mit einem Glasröhrchen verbunden, aus der die Tinte automatisch floss. Es gab an der oberen Seite des Röhrchens einen Schraubverschluss, mit der man den Tintenfluss stoppen konnte. Diese Erfindung geriet im Laufe der Zeit allerdings in Vergessenheit. Erst um 1878 wurde die Füllfeder „neu erfunden“ und dann fabriksmäßig erzeugt.
Johann Wilhelm verfasste auch ein Lehrbuch zum Unterricht der Blinden. Damit konnten Eltern blinder Kinder ihren Nachwuchs auch selbst unterrichten. Der König von Bayern Max I. Joseph schickte als Dank für das Druckwerk eine 20 Dukaten schwere Goldmedaille an Johann Wilhelm.
1814 hatten bereits 40 Kinder ihre Ausbildung in der Blindenschule absolviert. Die Schulzeit dauerte in der Regel 6 Jahre. Einige Schüler kehrten danach zu ihren Eltern zurück, einige schafften es, sich mit ihren erworbenen Fähigkeiten selbst zu erhalten und fanden auch eine angemessene Unterkunft. Doch viele hatten Probleme bei der Eingliederung in die Gesellschaft. 1816 wurde das Institut in den Rang einer Staatsanstalt erhoben und führte seither den Titel „kaiserlich-königliches Blindenerziehungsinstitut“. Immer wieder gab es Veranstaltungen im Institut, die das interessierte Publikum erfreuten und auch die Spendenfreudigkeit belebten. Bei einem solchen Fest gab man 1818 Kammermusik zum Besten. Natürlich erfreuten die Schüler des Instituts mit ihren Instrumenten und ihrem Gesang das Publikum. Es traten aber auch 3 blinde Tonkünstler aus Italien auf. Den Höhepunkt bildete die Darbietung des Flötenspielers Joseph Lobpreis. Er war ein ehemaliger Absolvent der Wiener Blindenschule und besonders begabt.
1824 traf das Ehepaar Klein ein schwerer Schicksalsschlag. Ihre einzige Tochter Maria Wilhelmine litt an der Lungensucht. Sie, die sich um das Wohl so vieler blinder Kinder gekümmert hatten, verloren am 30. April 1824 ihr einziges leibliches Kind im Alter von 19 Jahren, als sie an den Folgen ihrer Krankheit starb. Sie wurde am Schmelzer Friedhof beerdigt. Die Eltern fielen in tiefe Verzweiflung und es dauerte sehr lange, bis sie sich wieder fingen. Johann Wilhelm versuchte seinen Schmerz durch noch intensivere Arbeit zu betäuben.
Versorgungs- und Arbeitsanstalt für blinde Erwachsene
Johann Wilhelm hatte schon länger daran gedacht, das Institut zu erweitern und einen Ort zu schaffen, wo die ausgelernten Zöglinge ihre erlernten Arbeiten fortsetzen und sich damit ihren Unterhalt selbst verdienen könnten. Auch wenn sie gebildet waren und große handwerkliche Fähigkeiten besaßen, war es schwierig, sich in der Gesellschaft zu behaupten. Zu groß waren die Vorurteile und Anfeindungen, denen sie tw. ausgesetzt waren. 1826 wurde ein Verein gegründet, der sich die Errichtung einer Versorgungs- und Beschäftigungsanstalt für Blinde zum Ziel setzte. Der Kaiser spendete 3.000 Gulden (das entspricht heute ca. € 92.000,-) für dieses Vorhaben. Seinem Beispiel folgten neben Kaiserin Carolina Augusta noch sehr viele andere Mitglieder des Hofes, des Adels und auch andere private Spender. So konnte das Projekt 1829 schließlich umgesetzt werden. Es wurde ein Haus in der Josefstadt, in der Brunngasse Nr. 188 (heute Blindengasse 33) gekauft und für die Bedürfnisse des Instituts adaptiert. Am 4. Oktober 1830 wurde es schließlich als k.k. Blindeninstitut feierlich eröffnet. Neben einer Volks- und einer Berufsschule gab es dort nun auch eine Beschäftigungsanstalt für erwachsene Blinde. Hier erhielten auch spät erblindete Menschen Unterricht und Arbeitsmöglichkeiten. Mädchen und Frauen, sowie Jungen und Männer bezogen jeweils einen eigenen Bereich. Johann Wilhelm Klein richtete hier auch das erste Museum des Blindenunterrichts ein. Inzwischen war die Unterrichtsmethode von Johann Wilhelm Klein weit über Wien hinaus in vielen Ländern bekannt und es wurden etliche ähnliche Anstalten nach seinem Vorbild gegründet. Die Versorgungsanstalt übersiedelte 1841 in die Blindengasse 34. Am Nachfolgebau erinnert noch heute eine Gedenktafel an dieses Institut.
Öffentlich wurde Johann Wilhelm Klein erst sehr spät geehrt. 1832 ernannte man ihn in Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste auf dem Gebiet des Humanwesens zum „k.k. Rath“. 1840 verlieh ihm der Kaiser für seine Bemühungen die große goldene Verdienst-Medaille samt Kette. Dies war für die damalige Zeit eine sehr ungewöhnliche Ehrung. Die Feier fand im Beisein von 92 blinder Schützlinge von Johann Wilhelm Klein statt. Sie verdankten ihm viel und das kam auch in rührender Weise mehr als einmal zur Sprache. An diese Auszeichnung erinnert auch das Gemälde von Franz Josef Dobiaschofsky, welches sich heute im Besitz des Blindenmuseums befindet.
Alter, Krankheit und Tod
1842 war Johann Wilhelm 77 Jahre alt und entschied, auch auf öffentlichen Druck hin, die Leitung der Versorgungsanstalt niederzulegen und sich ausschließlich der Lehranstalt zu widmen. Für seine Verdienste um den Verein und die Anstalt drückte ihm der Ausschuss seinen Dank aus. Der Protektor des Vereines, Erzherzog Franz Carl übersandte Johann Wilhelm sogar einen wertvollen Brillantring. Allerdings war Johann Wilhelm bei seinem weiteren Wirken den Intrigen von Josef Dolezal, dem ehemaligen Leiter der Pester Blindenanstalt, ausgesetzt. Dieser versuchte mit allen Mitteln, Johann Wilhelm von seinem Posten zu verdrängen. Obwohl ihm das nicht gelang, setzte dieser Kampf Johann Wilhelm sehr zu. Er war bis zuletzt geistig und körperlich ziemlich fit, nur sein Gehör hatte derart nachgelassen, dass er seine Lehrtätigkeit einstellen musste. Aber bis zuletzt erledigte Johann Wilhelm seine Geschäfte selbst und war stets um Neuerungen und Verbesserungen für seine Blinden bemüht.
Er war noch immer ein sehr friedliebender Mensch mit einem sanften Gemüt. Daher litt er sehr unter den Ereignissen des Jahres 1848. Das Blindeninstitut und seine Umgebung wurden einige Male Schauplatz gewalttätiger Aktionen der Revolution. In der Nähe der Anstalt befanden sich auch die Heumagazine, die mehrmals in Flammen aufgingen. Das Feuer bedrohte in weiterer Folge auch das Blindenheim. Die Sorge um seine Blinden und das Institut bedeutete für Johann Wilhelm eine derartige Anstrengung, dass er sich im Zuge der Wirren eine Lungenentzündung zuzog. Nach einem mehrwöchigen Krankenlager starb der „Vater der Blinden“, wie er gerne genannt wurde, schließlich am 12. Mai 1848 im Alter von 83 Jahren in seiner Wohnung in der Josefstadt 188. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch wurde sein Leichnam im Grab seiner Tochter am Schmelzer Friedhof, Grab Nr. 160 beigesetzt.
Was aus seiner Frau wurde, konnte ich leider nicht herausfinden. Wie so oft in der Geschichte, teilte sie das Schicksal vieler Frauen. Sie hatte wahrscheinlich genauso viel für die Blinden geleistet wie ihr Mann, aber sie blieb immer im Schatten ihres Ehemannes und erhielt auch keinerlei Ehrungen. Es ist leider auch nicht bekannt wann und wo sie gestorben ist oder begraben wurde.
1862 wurde die "Kleine Gasse" im 3. Wiener Gemeindebezirk zu Ehren von Johann Wilhelm Klein in "Kleingasse" umbenannt. In seinem Geburtsort Alerheim errichtete man ihm zu Ehren eine Stele.
Johann Wilhelm hatte auch einige Gedichte verfasst. In seinem solchen schrieb er einmal: "Wünschen möcht' ich, dass an meinem Grabe mancher, den ich retten konnte, weint, mancher spricht, den ich getröstet habe: „Mit den Menschen hat er's gut gemeint!“". Dieser Wunsch dürfte wohl in Erfüllung gegangen sein. Im April 1896 widmete man ihm ein Ehrengrab am neu errichteten Zentralfriedhof. Damit musste Johann Wilhelm seine bisherige Ruhestätte verlassen. Am 12.06.1896 wurden seine Gebeine umgebettet und am Zentralfriedhof in einem Ehrengrab zur letzten Ruhe gelegt. Das Grab befindet sich in der Gruppe 0/1/19. Ob auch seine Tochter exhumiert wurde, konnte ich nicht klären. Laut Grabstättenverzeichnis vom Schmelzer Friedhof lag Johann Wilhelm vorher gemeinsam mit seiner Tochter dort im eigenen Grab. In der Grabsuche vom Zentralfriedhof scheint allerdings nur er auf. Sein Grabstein zeigt ihn als Lehrer mit einem blinden Knaben und einem blinden Mädchen. Der Grabstein wurde erst kürzlich wieder restauriert.
Geh nicht vorbei
Ein Maientag vom Himmel lacht und überglänzt das alte Wien.
Ein Ehepaar geht Arm in Arm der Vorstadt enge Gassen hin,
seit wenigen Wochen Mann und Frau. Das Wunder, dass ihr Herz so voll,
im Frühling ihres Eheglücks, von stiller Freude überquoll.
An dunklen Toren geht´s vorbei, aus Höfen glänzt das erste Grün,
Aurikeln rot, Narzissen weiß, im Topf am off´nen Fenster blüh´n.
Mit Jauchzen tobt der Kinder Schar im Übermut von Haus zu Haus.
Die Alten blicken lächelnd nach, die Sonne trieb auch sie heraus.
Da zuckt mit einem Mal im Arm des Mannes die zarte Hand der Frau,
weckt ihn aus stillem Sinnen auf, indem sie leise spricht: „Da schau!
Geh nicht vorbei! Am Steine hier beim Haustor sitzt ein kleines Kind,
eins von den Kleinen, die so sehr dir ans Herz gewachsen sind!“
Wie sonst das Elend finster macht und sich aufs Herz legt, stumpf und schwer,
so leuchtend glänzt ein Sonnenblick aus dieser Menschen Augen her.
„Ein blinder Knabe“ ruft er froh und sieht in seiner Frau Gesicht.
„Nun – und – soll der auch unser sein? Denkst du der eig´nen Kinder nicht?“
„Die schenkt uns Gott zur rechten Zeit“ sag sie. "Doch so lang wir allein
und selbst darüber lasse uns der armen Blinden Eltern sein!“
Sie treten zu dem Kinde hin und dann mit ihm ins dunkle Haus
und eh noch eine Stunde um, den Knaben an der Hand heraus.
Gleich einem Schatz aus Gottes Hand, so führen sie das blinde Kind
ins enge Heim zu andern hin, die ihrer harren, arm und blind.
Viel Jahre ziehen sie noch aus und gehen an keinem Kind vorbei,
das sie voll Liebe nicht geprüft, ob es nicht eins der ihren sei.
Noch oft tut ihrer Hauses Tür sich segnend auf, schließt keinen aus,
und keiner geht, der segnend nicht geweiht der Blinden Elternhaus.
Wer war der Mann? Wer war die Frau, die solchen Gottesdienst getan?
Noch lebt ihr Werk lichtspendend fort. Fragt nur bei Öst´reichs Blinden an.
Und kommst du an das Gräberfeld des neuen Wien, so still und weit,
und suchst die Stellen wo sie ruhn, die Großen der vergangenen Zeit,
dann nenn den Ehrennamen nur, frag wo der „Blindenvater“ liegt
mit seiner Frau. Und sei gewiss, ein jeder dir die Antwort gibt.
Geh dann auch du nicht ohne Gruß der Lieb und Ehrfurcht an dem Stein
vorbei, der einen gold´nen Namen trägt, den Namen „Johann Wilhelm Klein“.
(K. Bürklen)
Was weiter geschah
Nach Kleins Tod übernahm Mathias Fohleutner (1796-1864) die Leitung des Blindeninstituts. Während seiner Amtszeit gründete ihr ehemaliger Lehrer Thomas Zakreis 1844 die erste Wiener Blindenkapelle, die mit ihren Auftritten und Konzerten im In- und Ausland auch eine gewisse Bekanntheit erlangte.

Mitglieder des Orchesters waren u.a. auch die beiden ehemaligen Schüler Ignaz Wieshofer und Stephan Heurteur. Während Wieshofer erst mit 3 Jahren über Nacht durch das Sinken seines Kopfwassers blind wurde, war Heurteur schon blind geboren worden. Letzterem konnte aber mit einer Operation zumindest ein wenig Sehkraft gegeben werden. Mit 16 Jahren wechselten die beiden Jungen in die Versorgungsanstalt der Blindenanstalt, wo sie neben einem Handwerk auch das Spielen von Musikinstrumenten erlernten. Nach acht Jahren mussten sie aufgrund von Änderungen der Statuten gemeinsam mit einigen anderen Pfleglingen das Haus verlassen. Als Zakreis starb, übernahm Wieshofer die Stelle des Kapellmeisters. 1873 trat die Kapelle auch bei der Weltausstellung in Wien auf. Doch nach und nach starben die älteren Mitglieder und 1885 legte schließlich auch Wieshofer sein Amt altersbedingt nieder. Bald danach löste sich die Kapelle ganz auf. Wieshofer und Heurteur blieben in enger Freundschaft verbunden. Jeden Freitag holte Heurteur seinen Freund ab und gemeinsam machten sie dann Besuche. Am 30. Mai 1902 waren der 81jährige Wieshofer und sein 70jähriger Begleiter wieder unterwegs. Als sie die Mariahilfer Straße überqueren wollten, ließen sie einen Zug der neuen elektrischen Straßenbahn passieren. Allerdings bemerkten sie nicht, dass eine zweite Garnitur in entgegengesetzter Richtung unterwegs war. Von dieser wurden sie erfasst und zu Boden geschleudert. Wieshofer starb auf der Stelle an inneren Verletzungen. Heurteur erlitt schwerste Blessuren. Er konnte im Sophienspital aber wieder völlig hergestellt werden. Doch im November desselben Jahres verstarb er dann eines natürlichen Todes. Er hatte in sehr ärmlichen Verhältnissen gelebt und seine Frau musste erst eine Sammlung veranstalten, um das Leichenbegängnis bezahlen zu können.
1882 wurde der Theaterschriftsteller Mathias Pablasek (1810-1883) zum Direktor des Blindeninstituts bestellt. Er nahm nicht nur eine komplette Reorganisation des Instituts vor, sondern förderte auch die Errichtung zahlreicher ähnlicher Anstalten, wie z.B. der Israelitischen Blindenanstalt auf der Hohen Warte oder der niederösterreichischen Blindenschule.
1886 übernahm Dr. Alexander Mell (1850-1931) die Leitung. Unter ihm wurden folgende zwei Stiftungen in das Institut eingegliedert: das Heim für blinde Mädchen, welches Gabriele Przibram finanziert hatte und das Heim für blinde Männer, das von Helene Conrad, geb. Billroth gestiftet worden war.
1895 hatte die Stadterweiterung gravierende Auswirkungen auf das Blindeninstitut. Zum einen wurde der Linienwall abgetragen, zum anderen wurde die Josefstädter Straße ausgebaut. Neben den unangenehmen Begleiterscheinungen des Ganzen, musste das Blindeninstitut auch einen Teil ihres Grundes an die Gemeinde zur Straßenerrichtung abtreten. Es wurde daher bald nach einem neuen Standort Ausschau gehalten. Mehrere Bauplätze wurden ins Auge gefasst, allerdings zeichnete sich lange keine Lösung ab. Da schenkte 1896 der Großindustrielle Anton Dreher Jun. der Gemeinde einen Eigengrund im Prater an der Ecke Wittelsbachstraße / Valeriestraße unter der Bedingung, dass dort ausschließlich das k.k. Blindeninstitut errichtet werden dürfe. Der Spatenstich erfolgte noch im September und im Juni 1898 konnte das Heim schon bezogen werden. Das neue Haus beherbergte auch eine Braille-Druckerei und eine Leihbibliothek für blinde Leser. Das Haus in der Josefstadt wurde daraufhin an die Windhagsche Stiftung verkauft.
Zur 100 Jahr-Feier am 13. Mai 1904 fand im Institut ein feierlicher Akt statt, an dem zahlreiche Politiker und Festgäste teilnahmen. Nachmittags wurde am Zentralfriedhof beim Grab von Johann Wilhelm Klein eine Trauer- und Gedenkfeier abgehalten.
Unter der Ägide von Mell wurde die Blindenunterrichtsmethode modernisiert und auch der Lehrplan zeitgemäßer gestaltet. Auf seine Initiative hin entstand in Kleinprolling das erste Blindenerholungsheim der Welt. Nach dem ersten Weltkrieg bemühte sich Mell besonders um die Eingliederung der Blinden in die Arbeitswelt. Er verfasste auch zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen. Für seine Verdienste wurde er zum Hofrat ernannt. 1911 wurde er mit der Großen Goldenen Salvator-Medaille geehrt. Noch bevor er in den Ruhestand gehen konnte, wurde er 1919 allerdings als Direktor entlassen. Als er am 30.09.1931 starb, wurde sein Leichnam am Ober-St.Veiter Friedhof in Wien beerdigt. Sein Grab, dass sich in der Gruppe A/19 befindet, wurde von der Gemeinde Wien als Ehrengrab in Obhut genommen.
1968 wurde im 22. Bezirk die "Alexander-Mell-Gasse" nach ihm benannt.
Das Bundesblindeninstitut befindet sich auch heute noch in der Wittelsbachstraße 5 in Wien.
Bildquellen:
- Johann Wilhelm Klein: ÖNB digital
- Auszug aus dem Trauungsmatrikel 1804: Matricula Online
- Johann Wilhelm Klein: ÖNB digital
- Jacob Braun: Wienbibliothek digital
- Auszug aus dem Geburtsmatrikel v. Maria Wilhelmine Klein 1805: Matricula Online
- Versorgungs- und Beschäftigungsanstalt f. erwachsene Blinde in der Josefstadt: Wienbibliothek im Rathaus
- Gedenktafel am Nachfolgebäude d. Versorgungs- und Beschäftigungsanstalt f. erwachsene Blinde in der Josefstadt: © DI Gerald Edelmann
- Johann Wilhelm Klein, Gemälde v. F.J. Dobiaschofsky: Wienbibliothek digital
- Johann Wilhelm Klein: ÖNB digital
- Auszug aus dem Sterberegister v. Johann Wilhelm Klein 1848: Familysearch
- Bilder v. Grab v. Johann Wilhelm Klein am ZF: © Karin Kiradi
- Stephan Heurteur: Illustrirtes Wiener Extrablatt v. 14. November 1902, Seite 7 - Anno ONB
- Dr. Alexander Mell: Wienbibliothek im Rathaus / Tagblattarchiv, Fotosammlung TF-006907,
CC BY-NC-ND 4.0 - Blindeninstitut Wittelsbachstraße
- Blindeninstitut Wittelsbachstraße heute: © DI Gerald Edelmann
- Parte Dr. Alexander Mell: Wienbibliothek im Rathaus
- Grab Dr. Alexander Mell am Ober-St.Veiter FH: Wien Geschichte Wiki, Gerhard Murauer 2022/02/06 ,
CC BY-NC-ND 4.0
Quellen:
- Johann Wilhelm Klein - Wikipedia
- Johann Wilhelm Klein - Deutsche Biographie
- Personenlexikon - Nachlässe in Österreich: ONB
- "Johann Wilhelm Klein - Sein Leben und Wirken", Fachartikel v. Manfred Berger
- Das k.k. Blindeninstitut: Wienbibliothek im Rathaus
- Blindeninstitut: Wien Geschichte Wiki
- Gedicht: Wienbibliothek im Rathaus
- alte und neue Blindenschriften: Fakoo
- "Alexander Mell und das Kaiserliche Königliche Institut für Blindenausbildung in Wien" - Perkins Schule für Blinde
- "Beschreibung eines gelungenen Versuches blinde Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit zu bilden" v. Johann Wilhelm Klein - 1807: ONB digital
- Rede v. April 1808 v. Johann Wilhelm Klein: ONB digital
- Wiener Zeitung v. 18. Mai 1808, Seite 15: Anno ONB
- Wiener Zeitung v. 28. Mai 1808, Seite 15: Anno ONB
- Wiener Zeitung v. 1. Oktober 1808, Seite 15: Anno ONB
- Wiener Zeitung v. 11. März 1809, Seite 3: Anno ONB
- Vaterländische Blätter v. 9. Januar 1810, Seite 7: Anno ONB
- Vaterländische Blätter v. 5. Juni 1811, Seite 6: Anno ONB
- Vaterländische Blätter v. 1. Oktober 1814, Seite 3: Anno ONB
- "Lehrbuch zum Unterrichte der Blinden, um ihnen ihren Zustand zu erleichtern, sie nützlich zu beschäftigen und ..." v. Johann Wilhelm Klein - 1819: ONB digital
- Vaterländische Blätter v. 6. März 1819, Seite 8: Anno ONB
- Wiener Zeitung v. 17. Februar 1823, Seite 1: Anno ONB
- Wiener Zeitung v. 16. November 1826, Seite 1: Anno ONB
- Der Wanderer v. 18. Januar 1837, Seite 2: Anno ONB
- llustrirte Zeitung v. 25. Januar 1845, Seite 10: Anno ONB
- Wiener Zeitung v. 22. Mai 1848, Seite 2-3: Anno ONB
- Der Humorist v. 25. Mai 1848, Seite 2-3: Anno ONB
- "Johann Wilhelm Klein. Vortrag zu dessen 100-jähr. Jubelfeier" v. M. Pablasek, 1865: ONB digital
- Bezirksausschuss v. 10.5.1895: Wienbibliothek im Rathaus
- Neue Freie Presse v. 2. Dezember 1896, Seite 7: Anno ONB
- Illustrirtes Wiener Extrablatt v. 31. Mai 1902, Seite 7: Anno ONB
- Illustrirtes Wiener Extrablatt v. 14. November 1902, Seite 7 - Anno ONB
- Stadtratssitzung v. 26.1.1911: Wienbibliothek im Rathaus











Kommentar schreiben
Gerald E. (Mittwoch, 24 Dezember 2025 12:05)
Wieder einmal hast Du das Leben eines Menschen, der ganz eindeutig zu den Guten gehört hat, ins Licht gestellt - danke dafür!
Traurig stimmt mich nur, dass der von Emil Ritter von Förster im Stil des Historismus geschaffene Bau in der Wittelsbachstraße in der in Wien üblicher Weise (obwohl die Fassade den 2. Weltkrieg überstanden hatte!) entstellt wurde.
Erich Lindengrün (Mittwoch, 24 Dezember 2025 12:37)
Liebe Karin!
Vielen Dank für dein neuestes Werk über Johann Wilhelm Klein.
Ich wünsche dir recht besinnliche Weihnachtsfeiertage, viel Gesundheit und Kraft für neue Beiträge.
Es grüßt dich herzlichst
Erich
Othmar E.R. PUSCH sen. (Mittwoch, 24 Dezember 2025 15:14)
Danke liebe Karin für diese tollen Informationn.
PS: Werte Kiki - in kecker Anlehnung an o.a. Kollegen Erich L. <--> Dir & Deiner Familie natürlich auch alles alles Liebe & Gute zu den anstehenden (Weihnachts-)Feiertagen 2025 & guten Rutsch ins 2026 / GlG Gerda e.h. & Othi :-)