Ehrengräber

Gerhart Frankl (1901-1965)
Ehrengräber · 29. Januar 2023
Gerhart Frankl stammte aus einer assimilierten jüdischen Familie. Der Vater war Rechtsanwalt, im Vorstand der Escompte-Bank und Kunstsammler. Frankl gilt als Autodidakt. Seine Werke sind geprägt von großen Meistern, die seine Vorbilder waren. 1938 flüchtete er nach England. Fast seine gesamte Familie wurde im Holocaust ermordet. Nach dem Krieg konnte er in Wien nicht mehr Fuß fassen. 1965 sollte er Professor an der Akademie der bildenen Künste werden, verstarb aber kurz davor.

Dr. Ernst Waldbrunn (1907-1977)
Ehrengräber · 17. Dezember 2022
Ernst Waldbrunn war Jurist. Er schlug allerdings eine Schauspielkarriere ein, ohne je eine entsprechende Ausbildung genossen zu haben. Privat musste er einige Schicksalsschläge verarbeiten. Während des NS-Regimes gehörte er als Halbjude zur verfolgten Personengruppe. Seine Flucht nach Wien, wo er untertauchen konnte, rettete ihm das Leben. Nach dem Krieg wurde er durch seine Doppelkonferencen mit Karl Farkas im Simpl bekannt. Er spielte aber auch im ernsten Fach - z.B. an der Josefstadt.

Dr. Karl Eugen Neumann (1865-1915)
Ehrengräber · 09. Dezember 2022
Dr. Karl Eugen Neumann kam ursprünglich aus einer jüdischen Familie, sein Vater war Opernsänger und ein bedeutender Theaterdirektor und -regisseur. Karl Eugen studierte Indologie und konvertierte zum Buddhismus. Mit seinen Übersetzungen wurde er zum Wegbereiter des Buddhismus im deutschsprachigen Raum. Sein Sohn war ein bekannter Opernsänger

Maria Andergast (1912-1995)
Ehrengräber · 19. November 2022
Maria Andergast wurde als Maria Pitzer in Bayern geboren und kam schon als Kleinkind nach Wien. Wie ihre Schwester Liesl Andergast wurde sie Schauspielerin. Mit dem Lied "Mariandl" im Film "Hofrat Geiger" startete sie eine 2. Karriere als Sängerin. Sie war eine der beliebtesten Schauspielerinnen der 1940er und 1950er Jahre. Sie war 3 x verheiratet und u.a. auch mit Franz Antel eine Zeitlang verlobt. Sie starb 1995 an einem Krebsleiden und ist in einem Ehrengrab am Wr. Zentralfriedhof begraben.

Matthias Sindelar (1903-1939)
Ehrengräber · 28. August 2022
Matthias Sindelar war ein Ausnahmefußballer der Zwischenkriegszeit. Aufgrund seiner Statur und seines unverkennbaren Styls wurde er der "Papierene" genannt. Er war lange Jahre das Herzstück der Wiener Austria und es legendären Wunderteams. Mit 36 Jahren starb Sindelar unter bis heute nicht völlig geklärten Umständen in der Wohnung seiner Freundin in der Annagasse 3 in Wien.

Andreas Joseph Freiherr von Stifft (1760-1836)
Ehrengräber · 17. August 2022
Andreas Stifft kam aus einer einfachen Weinbauernfamilie in Niederösterreich. Er stsudierte Medizin und brachte es zuerst zum Promiarzt in Wien und schließlich bis zum ersten Leibarzt des Kaisers. Damit wurde er auch mit allen wichtigen Ämtern im medizinischen Bereich betraut. Über sein Wirken gibt es unterschiedliche Urteile. Zum einen hat er die medizinische Ausbildung reformiert, zum anderen stand er allem Neuen feindselig gegenüber.

Andreas Keller (1797-1877)
Ehrengräber · 07. Juli 2022
Andreas Keller rettete Kronprinz Ferdinand, dem späteren Kaiser von Österreich, bei einem Attentat in Baden/Wien das Leben. Als Dank wurde er u.a. als Leiblakai am Kaiserhof eingestellt. Nach seinem Tod erhielt er von der Gemeinde Wien ein Ehrengrab.

Anton Ronacher (1841-1892)
Ehrengräber · 24. Juni 2022
Anton Ronacher ist der Begründer des weltbekannten Variateetheaters "Ronacher" in Wien. Er kaufte und verkaufte aber auch sehr viele andere Gasthäuser, Unterhaltungslokale und Hotels in verschiedenen Städten der Donaumonarchie. Dabei verstand er es seine Gäste immer mit dem letzten Schrei zu begeistern.

Selma Halban-Kurz und Prof. Dr. Josef Halban
Ehrengräber · 16. Juni 2022
Selma Halban-Kurz war eine berühmte Opernsängerin in Wien. Verheiratet war sie mit dem bedeutenden Gynäkologen Dr. Josef Halban. Nach Selmas Tod gab es einen riesigen Skandal um ihr Grabmal.

Dr. Friedrich Adler (1879-1960)
Ehrengräber · 22. Mai 2022
Friedrich Adler war der Sohn des Gründers der österr. Arbeiterpartei, Viktor Adler. Während sein Vater liberal eingestellt war, gehörte Friedrich der radikalen Seite der Partei an. Aus Protest gegen die Kriegspolitik verübte er 1916 ein Attentat auf den Ministerpräsidenten Karl Graf Stürgh. Später engagierte er sich wieder in der Partei. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft floh er in die USA. Nach seiner Rückkehr nach Europa ließ er sich in Zürich nieder. Sein Grab ist am Wr. Zentralfriedhof.

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